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Diabetes und Alkohol - Tipps für Diabetiker

Diabetiker müssen im Alltag eine ganze Reihe von Dingen beachten, um ihren Blutzuckerspiegel in Balance zu halten. Gerade beim Thema Alkohol kommen immer wieder Fragen auf – darf man sich hin und wieder ein Glas erlauben oder sollte man lieber ganz darauf verzichten?

Die Ernährungsempfehlungen für Diabetiker haben sich in den letzten Jahren gravierend geändert. Anstelle strenger Diäten und festgelegter Zeiten für die Einnahme der Mahlzeiten treten nun zahlreiche Erleichterungen. Immer wirksamere medikamentöse Therapien erleichtern das Leben von Diabetikern und erlauben sogar ein gewisses Maß an Alkohol.

Studien belegen jedoch, dass moderate Mengen an Alkohol das Risiko einer Diabetes Typ 2 Erkrankung verringern können.

Kann Diabetes Typ 2 durch Alkoholkonsum entstehen?

In Bezug auf Alkohol und Diabetes Typ 2 wurden bereits mehrere groß angelegte Studien mit ähnlichen Fragestellungen durchgeführt. Die Abteilung für interne Medizin der Universitätsklinik Lausanne, Schweiz, beschäftigte sich ausführlich mit der Frage des Einflusses von Alkohol auf die Entstehung von Diabetes Typ 2 und den Auswirkungen der verschiedenen alkoholischen Getränke.

Für diesen Zweck wurden 4.765 Teilnehmer, davon 2.613 Frauen, im Durchschnittsalter von 51,7 Jahren über einen Zeitraum von 5,5 Jahren immer wieder befragt und untersucht. Keiner der Teilnehmer war zu Beginn der Studie an Diabetes erkrankt.

Das Ergebnis zeigte, dass moderater Alkoholgenuss (6 bis maximal 48 Gramm Alkohol pro Tag) das Risiko um ein Drittel senkt, an Diabetes Typ 2 zu erkranken. Dabei spielt die Form des Alkohols keine Rolle. Die Neigung an einer Pre-Diabetes mit erhöhtem, aber nicht behandlungswürdigem Blutzuckerwert zu erkranken, beeinflusst der mäßige Alkoholgenuss nicht.

Eine weitere Studie beschäftigte sich mit dem Zusammenhang von Alkoholkonsum und dem Auftreten von Diabetes in einem Zeitraum von 10 Jahren. Die Ergebnisse zeigen, dass vor allem der Genuss von Bier und Wein das Risiko einer Diabeteserkrankung auf lange Sicht verringert. Hierbei sollte jedoch die Menge von 1 Glas / Tag nicht überschritten werden.

Trotz dieser positiven Ergebnisse in Bezug auf die Senkung des Risikos, durch moderaten Alkoholgenuss an Diabetes zu erkranken, wirkt sich der Genuss von Alkohol bei Menschen mit bestehender Diabetes negativ aus und sollte nur in geringen Mengen genossen werden.

Welche Folgen hat Alkoholkonsum für Diabetiker?

Diabetiker sollten beim Alkoholkonsum besonders vorsichtig sein, da es sehr schnell zu einer Unterzuckerung kommen kann. Die vielen Kalorien die beispielsweise in Wein, Bier und Likör enthalten sind, treiben den Blutzuckerspiegel zuerst in die Höhe. Dank komplexer Abläufe in der Leber kann dieser allerdings auch ganz schnell wieder abfallen. Trinken Diabetiker Alkohol, dann ist die Leber so stark mit dem Abbau beschäftigt, dass sie kaum Energie hat, sich um die Zuckerneubildung zu kümmern, die für einen stabilen Insulinspiegel notwendig ist.

Hinzu kommt, dass große Mengen Alkohol bei Diabetikern dafür sorgen können, dass die Wirkstoffe regelmäßig eingenommener Medikamente, die normalerweise stabilisierend wirken würden, nicht richtig aufgenommen werden können. Alkohol kann außerdem bestimmte Beschwerden, die oftmals eine Begleiterscheinung von Diabetes sind, weiter verschlimmern. So kann beispielsweise der Blutdruck steigen oder das Risiko von Gichtanfällen bei Diabetes Typ II deutlich gesteigert werden.

Die Wirkung von Alkohol auf den Blutzuckerspiegel

Alkohol hat einen wesentlichen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel des Menschen. Gefährlich daran ist, dass diese Wirkung oft erst viele Stunden nach dem Alkoholgenuss eintritt, woraus die Gefahr einer Hypoglykämie (zu niedrige Glukosewerte im Blut / Unterzucker) während des Schlafes droht. Zudem kann Alkohol zu einer Hyperglykämie führen (zu hoher Blutzucker), da der Alkoholkonsum für den Körper eine Stresssituation darstellt, wobei mit einer Hormonausschüttung reagiert wird. Wie sich Alkohol auswirkt, ist abhängig vom Kohlenhydratgehalt und der Alkoholmenge.

Die im Alkohol enthaltenen Kohlenhydrate wie bei Bier, Wein oder zuckerhaltigen Mixgetränken, sorgen für ein Ansteigen des Blutzuckerspiegels. Der in den Getränken enthaltene Alkohol wirkt sich gegenteilig aus und blockiert die Zuckerneubildung durch die Leber mit einer Verzögerung von ungefähr 4 bis 6 Stunden. Die regelmäßige Zuckerneubildung ist eine feste Größe bei der Berechnung der Dosis der medikamentösen Therapie. Da diese durch den Genuss von Alkohol wegfällt, birgt dies für den Patienten eine Situation der Unterzuckerung.

Den Effekt von Alkohol auf eine vorhandene Diabetes bzw. den Blutzuckerspiegel beschreibt eine im November 2001 in Diabetes Care veröffentliche Studie von Turner et al. ausführlich. Die Fragestellung lautete, welchen Effekt eine abendliche Alkoholzufuhr auf die morgendlichen Blutzuckerwerte hat. Zwei Stunden nach dem Abendessen tranken die Probanden an mehreren Tagen entweder einen halben Liter Weißwein, oder die gleiche Menge Wasser. Der Blutzucker wurde durch nächtliche Insulingaben konstant gehalten.

Trotz der wie üblich verabreichten Dosis Insulin wiesen die Patienten an den Folgentagen der Abende, an denen sie Wein tranken, bereits vor dem Frühstück um 70 mg% niedrigere Blutzuckerwerte auf als an den Wasser-Tagen. Dieser Effekt verstärkte sich innerhalb der nächsten vier Stunden drastisch und die Patienten wiesen an den Tagen, an denen sie am Vorabend Alkohol tranken, einen um 100 mg% niedrigeren Blutzuckerwert auf als an den Vergleichstagen mit Wasser.

Risiken für Diabetiker durch Alkoholkonsum

Zu den Hauptrisiken des Alkoholgenusses für Diabetiker zählt die Gefahr der Unterzuckerung durch die Auswirkung des Alkohols auf die Zuckerneuproduktion in der Leber. Vor allem am Nachmittag getrunkene alkoholische Getränke stellen durch die zeitlich verzögerte Wirkung des Alkohols von bis zu 12 Stunden eine Gefahr dar, dass im Schlaf vom Patienten unbemerkt eine mehr oder weniger gefährliche Hypoglykämie auftritt.

Ein erhöhtes Risiko der Unterzuckerung durch Alkoholgenuss liegt bei der Therapie mittels Sulfonylharnstoffen oder bei der Verabreichungsform des Insulins über die Spritze.

Nicht unterschätzt werden darf auch die Wirkung des Alkohols auf die Psyche. Durch die gute Laune und die benebelten Sinne schätzen viele Patienten die Symptome für einen Blutzuckerabfall falsch ein oder registrieren sie nicht. Durch diese vom Alkohol verursachten Wahrnehmungsstörungen, die bereits ab einem Promillegehalt von 0,5 auftreten, steigt die Gefahr schwerer Hypoglykämien.

Darüber hinaus besteht bei manchen Diabetikern die Gefahr einer Überzuckerung (Hyperglykämie) durch den Alkoholkonsum. Der Körper reagiert auf Alkohol mit einer Hormonausschüttung wie in einer Stresssituation und begünstigt dadurch die Mobilisierung von Glukosreserven im Körper. Diese sind normalerweise für Glukoseengpässe reserviert (bspw. während des Schlafs), können jedoch auf Grund des Alkohols zu einem Blutzuckeranstieg führen.

Positive Wirkungen für Diabetiker

Alkohol ist für Diabetiker jedoch nicht nur eine Gefahr, sondern weist auch positive Wirkungen auf. Wichtig ist dabei nur, dass er maßvoll getrunken wird. Da noch nicht geklärt ist, ob die Obergrenze von 20 bzw. 40 Gramm Alkohol pro Tag (Frauen/Männer) auf Diabetiker übertragen werden kann, sollte der Alkoholgenuss auch unter Anbetracht der Risiken mit großer Umsicht erfolgen.

Neueste in Italien durchgeführte Untersuchungen belegen, dass sich während der Mahlzeit genossener Alkohol positiv auf die großen Blutzuckermengen unmittelbar nach dem Essen auswirkt. Dies liegt vor allem im schnellen Abbau der Kohlenhydrate durch den Alkohol. Ist nicht ausreichend Zeit für körperliche Bewegung nach dem Essen, kann ein kleines Glas Wein oder Bier in Ausnahmesituationen als Ersatz während des Essens dienen.

Der in Rüdesheim niedergelassene Arzt Johannes Scholl gilt als Spezialist für präventivmedizinische Aufgaben. In einer seiner Langzeitstudien beobachtete er ungefähr 1.000 an Diabetes erkrankte Patienten über einen Zeitraum von 12 Jahren. Jene Patienten, die täglich ein kleines Glas Wein (0,125 l) oder Bier (0,3 l) zu sich nahmen, wiesen ein um 79 % geringeres Herzinfarktrisiko auf. Das Risiko arteriosklerotischer Gefäßschäden wird durch diesen moderaten Alkoholkonsum ebenfalls reduziert.

Trotz dieser belegten positiven Wirkungen sollte Alkohol von Diabetikern immer nur in Absprache mit dem Arzt konsumiert werden.

Empfehlungen in Bezug auf Diabetes und Alkoholkonsum

Bis vor einigen Jahren ging man noch davon aus, dass Diabetiker auf Alkohol ganz und gar verzichten sollten. Heute glauben Experten, dass ein gemäßigter Konsum durchaus denkbar ist, wenn einige Faustregeln beachtet werden:

  • Genießen Sie Alkohol auf keinen Fall auf leeren Magen, sondern immer zusammen mit einer Mahlzeit
  • Bei Alkoholgenuss am Abend sollte die abendliche basale Insulindosis sowie morgendliche Dosis entsprechend verringert werden
  • Der Blutzuckerwert am Abend vor dem Schlafengehen sollte unbedingt gemessen werden. Ideal ist ein Wert von 180 mg/dl
  • Die Verringerung der morgendlichen Insulindosis kann durch die Zufuhr zusätzlicher Kohlehydrate ersetzt werden
  • Auf harte Spirituosen sollte verzichtet werden, da sie bei der gleichen Alkoholmenge wesentlich weniger Kohlenhydrate aufweisen als Wein oder Bier. Dies führt zu einer intensiveren Auswirkung der Blockade der Zuckerneubildung in der Leber
  • Vermeiden Sie gesüßte Alkoholprodukte (z.B. Alcopops, Süsswein, Portwein, Liköre, Mischgetränke mit Fruchtsäften, Cola oder RedBull)
  • Sie sollten am nächsten Morgen direkt den Blutzucker messen und frühstücken

Soviel Alkohol steckt in den verschiedenen Getränken

Sollen die Empfehlungen der genossenen Alkoholmenge in Gramm umgesetzt werden, ist das Wissen über den Alkoholgehalt der einzelnen Getränke unverzichtbar. Dies gilt ebenfalls für die enthaltenen Kohlenhydrate.

Je trockener ein Wein ist, umso geringer ist der Kohlenhydrat-Gehalt. Leichtbier weist mit 2 Gramm Kohlenhydrate nur einen Bruchteil von normalem Bier (15 g) auf. Liköre enthalten durch ihren hohen Zuckergehalt in einer Portion von 2 cl ungefähr 5 - 7 Gramm, während scharf gebrannte Schnäpse einen kaum vorhandenen Anteil an Kohlenhydraten aufweisen.

Folgende Tabelle gibt Aufschluss über die Alkoholmengen in gängigen alkoholischen Getränken:

Getränk Vol. % Menge Alkohol in Liter & Gramm
Biere
Bier alkoholfrei 0,5 0,33 l, 1,3g
Radler 2,5 0,33 l, 6,6g
Leichtbier 3,0 0,33 l, 7,9g
Bier normal 4,7 0,33 l, 12,4 - 14,8g
Wein & Sekt
Wein 10,0 0,1 l, 8g
Sekt 10,5 0,1 l, 8,4g
Portwein 19-20 0,1 l, 15,2 - 16g
Schnaps & Liköre
Apfelkorn 20,0 2 cl, 3,2g
Amaretto 20-28 2 cl, 3,2 - 4,5g
Baileys 17,0 2 cl, 2,7g
Brandy 36-40 2 cl, 5,8 - 6,4g
Calvados 40,0 2 cl, 6,4g
Cognac 40,0 2 cl, 6,4g
Eierlikör 14-20 2 cl, 2,2 - 3,2g
Gin 37,5 2 cl, 6g

Quellen:

  1. E. Koloverou et al. (2015): Effects of alcohol consumption and the metabolic syndrome on 10-year incidence of diabetes: The ATTICA study, in: Diabetes & Metabolism, Volume 41, Issue 2, April 2015, Pages 152–159, www.sciencedirect.com
  2. P. Marques-Vidal et al. (2015): Alcohol consumption and incidence of type 2 diabetes. Results from the CoLaus study, in: Nutrition, Metabolism and Cardiovascular Diseases, Volume 25, Issue 1, January 2015, Pages 75–84, www.sciencedirect.com
  3. Turner, BC. et al. (2001): The effect of evening alcohol consumption on next-morning glucose control in type 1 diabetes., in: Diabetes Care. 2001 Nov;24(11):1888-93, http://www.ncbi.nlm.nih.gov
  4. Universitätspoliklinik für Endokrinologie, Diabetologie und Klinische Ernährung Bern (2010): Alkohol und Diabetes Typ 1 bei Jugendlichen, URL: kinderkliniken.insel.ch, Abruf am 09.12.2015
  5. Deutsche Diabetes Gesellschaft (2011): Therapie des Typ-1-Diabetes, URL: deutsche-diabetes-gesellschaft.de, Abruf am 09.12.2015

Letzte Aktualisierung: 09.12.2015

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