Live Chat +44 20 3322 1430
Das Patientenservice Team ist jetzt erreichbar: Mo-Fr 09:00-19:00
  • 100% DiskretionVertrauliche Beratung & neutrale Verpackung
  • Original Markenmedikamentevon unserer in der EU registrierten Apotheke
  • Keine versteckten GebührenAlle Preise enthalten Lieferung
  • Expressversand24 Stunden Versand

Folgeerkrankungen von Bluthochdruck (Hypertonie)

Mehr als jeder zweite Erwachsene ist statistisch von Bluthochdruck (Hypertonie) betroffen. Übergewichtige Menschen mit einem BMI über 30 kg/m² erkranken sogar zu 75 % an einer Hypertonie. Problematisch am Bluthochdruck ist insbesondere, dass er sich schleichend entwickelt, zu Beginn nicht wahrgenommen wird und den Körper an vielen Stellen schwer schädigen kann.

Bluthochdruck gilt als der häufigste Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sich dadurch ereignende Todesfälle. Das Risiko wird durch weitere Faktoren wie Übergewicht, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) und Tabakrauchen noch weiter erhöht.

Folgeschäden von Bluthochdruck

Wann spricht man von Bluthochdruck?

Der Blutdruck wird in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) angegeben. Gemessen werden zwei Werte: Der systolische Blutdruck entspricht dem Druck, der beim Austreiben des Blutes aus der Herzkammer erzeugt wird. Der diastolische Blutdruck ist niedriger und wird in der Entspannungs- und Füllungsphase der Herzkammer gemessen.

Als optimal gelten Werte unter 120/80 mmHg, normal sind Werte bis 130/85 mmHg. Ab Werten über 140/90 wird von einem Hypertonus (Bluthochdruck) gesprochen. Werte zwischen normalem und krankhaft hohem Blutdruck werden als hoch-normal bezeichnet. Die Hypertonie wird in drei Schweregrade eingeteilt.

Extrem hohe Werte über 230/120 mmHg kennzeichnen eine hypertensive Krise. Kommt es unter diesen Drücken zu lebensgefährlichen Organschädigungen spricht man von einem hypertensiven Notfall.

Herz: Angina pectoris, Herzinsuffizienz und Herzinfarkt

Bei Bluthochdruck muss das Herz mehr Kraft aufwenden, um das Blut aus der Kammer in die Hauptschlagader zu pumpen. Wie jeder Muskel, der mehr arbeiten muss, verdickt sich auch der Herzmuskel. Problematisch ist das hinsichtlich der Blutversorgung.

Zwar ist das Herz ständig mit Blut gefüllt, aber es kann keinen Sauerstoff aus dem zu pumpenden Blutvolumen ziehen, da es das Herz zu schnell wieder verlässt. Die Versorgung des Herzmuskels wird durch eigene Gefäße, den Herzkranzgefäßen und dessen Ästen, gewährleistet. Diese Gefäße liegen außen dem Herzen auf. Dementsprechend ist die Durchblutung in den inneren Muskelschichten am schlechtesten. Auch die Herzspitze ist weniger gut durchblutet.

Bei zusätzlichen Gefäßveränderungen durch den Bluthochdruck kommt es darum leicht zu einer Minderversorgung des Herzens, die sich in belastungsabhängigen Schmerzen und Luftnot äußert. Die Druckbelastung des linken Herzens führt zu einer Größenzunahme. Ab einem Gewicht von 500 g liegt ein kritisches Herzgewicht vor.

Das Herz ist einer stetig erhöhten Druckbelastung nicht gewachsen. Umgangssprachlich kann man von einem "Ausleiern" des Herzmuskels sprechen. Es folgt eine chronische Herzschwäche, die Herzinsuffizienz, an der ein Drittel der Patienten mit Bluthochdruck verstirbt. Das Herz eines Hypertonikers ist weiterhin anfälliger für Herzrhythmusstörungen.

Insbesondere Extrasystolen und Vorhofflimmern treten häufiger auf als bei Menschen mit normalem bis niedrigem Blutdruck. Das Symptom Angina pectoris (Brustenge) entsteht durch die Minderversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff und Nährstoffen. Verschließt sich ein Herzgefäß vollständig, ist die Angina pectoris ein Begleitsymptom des Herzinfarktes, bei dem Herzmuskelzellen aufgrund der Minderversorgung absterben.

Das Herz hat so gut wie keine Möglichkeiten, seine Zellen zu erneuern. Das abgestorbene Muskelgewebe wird zu Bindegewebe umgebaut und formt eine Narbe im Herzmuskel. Schwere Herzinfarkte mit massivem Zelluntergang können tödlich enden.

Gefäße: Arteriosklerose, pAVK, Aortenaneurysma und –dissektion

Bluthochdruck betrifft alle Gefäße des Körpers. Neben kleinen Gefäßen im Auge und in den Nieren wird auch die Hauptschlagader (Aorta) geschädigt. Der hohe Druck belastet die Gefäßwände und begünstigt so die Entstehung von Arteriosklerose (Gefäßverkalkung).

Im Laufe der Schädigung kommt es zu Fettablagerungen (Plaques) in die Gefäßwand. Wenn diese Plaques aufbrechen, wird das Gerinnungssystem aktiviert. Das entstehende Gerinnsel kann das Gefäß komplett verschließen oder wird durch den Blutstrom weitergetragen, wo es in kleineren Gefäßen steckenbleibt.

Arteriosklerose

Am Ort des verstopften Gefäßes kommt es zur Minderversorgung und zum Untergang umgebenden Gewebes. Die periphere arterielle Verschluss-Krankheit (pAVK) kann die Arme und häufiger die Beine betreffen. Hierbei sind blutzuführende Gefäße verschlossen.

Zur Versorgung bilden sich Umgehungsgefäße aus, die bei Belastung aber nur unzureichend Blut liefern. Tieflagerung des Beines und Geh-Pausen bringen Erleichterung, wenn Schmerzen auftreten. Im Volksmund nennt man die pAVK darum auch "Schaufenster-Krankheit". Wenn die Krankheit weit voranschreitet, kommt es zum Absterben des Gewebes. Als letzte Therapiemöglichkeit bleibt dann nur noch die Amputation.

Eine weitere schwerwiegende Folge des Bluthochdrucks kann ein Aortenaneurysma, eine Aussackung der gesamten Gefäßwand der Hauptschlagader, sein. Diese Aussackung macht meistens erst dann Beschwerden, wenn es akut lebensbedrohlich wird: Reißen Wandschichten der Aorta auf, spricht man von einer Aortendissektion. Auch das Aneurysma selbst kann aufplatzen.

Die Prognose einer Ruptur ist ausgesprochen schlecht. Eine Aortendissektion zeigt eine 30-Tage-Sterblichkeit zwischen 10 und 50 %. Dabei ist hervorzuheben, dass über 80 % der Patienten, die eine Aortendissektion erleiden, Bluthochdruck haben.

Gehirn: Schlaganfall, Demenz und Massenblutung

Chronischer Bluthochdruck bedingt Gewebsschwund des Gehirns. Fortschreitende Schädigung der kleinen Hirngefäße führt zum Absterben dieser. In der Folge werden die Fettscheiden der Nervenfasern insbesondere im Marklager abgebaut (Morbus Binswanger: Subkortikale Arteriosklerotische Enzephalopathie).

Schädigungen großer Gefäße können Infarkte, also Zelluntergänge nach Gefäßverschluss, verursachen. Nach vielen Infarkten kommt es zu einer Multi-Infarkt-Demenz. Die Symptome der Hirnschädigung sind vielfältig und abhängig vom Ort der Schädigung: Verhaltensauffälligkeit, Orientierungsstörung, Parkinson-Symptomatik, Fallneigung und Harninkontinenz sind nur einige Beispiele.

Das Problem ist, dass für das Gehirn im Allgemeinen gilt: Was kaputt ist, bleibt kaputt. Darum sollte der Bluthochdruck von Anfang an gut eingestellt werden, um die nicht rückgängig zu machenden Schäden zu vermeiden.

Insbesondere bei einem hypertensiven Notfall besteht ein Risiko für eine Massenblutung. Hirngefäße halten dem Druck nicht mehr Stand und zerreißen, sodass Blutungen ins Hirngewebe resultieren. Starke Massenblutungen enden ohne Operation tödlich.

Augen: Sehstörungen und Erblindung

In den ersten zwei Stadien der durch Bluthochdruck ausgelösten Augenschäden spüren Betroffene meist noch nichts. Bei einer Augenhintergrundspiegelung können aber Gefäßveränderungen gesehen werden. Bei weiterem Fortschreiten der Schädigung kommt es zu variablen Sehstörungen, die sowohl die Sehschärfe als auch das Farbsehen beeinträchtigen können.

Schließlich kann es zu Gesichtsfeldausfällen und vollständiger Erblindung kommen. Problematisch sind die Augenschädigungen durch Bluthochdruck insbesondere deshalb, weil sie keiner lokalen Therapie zugänglich sind. Eine stattgefundene Schädigung lässt sich nicht rückgängig machen, je weiter der Schaden fortgeschritten ist, desto schlechter ist die Prognose.

Nieren: Nephrosklerose, Schrumpfnieren und Niereninsuffizienz

Die Schädigung der Nieren zeigt meist dasselbe Ausmaß wie die der Augen. Zunächst zeigt sich eine vermehrte Eiweißausscheidung im Urin (nicht unbedingt durch normale Urin-Teststreifen, sondern per ELISA-Verfahren festzustellen!). Im weiteren Verlauf kommt es zur Verkalkung der Nieren, der Nephrosklerose.

Schließlich vermindert sich die Größe der Nieren bis zu einer sogenannten "Schrumpfniere", begleitend kommt es zur Niereninsuffizienz. Die Nieren können nicht mehr ihren Funktionen der Blutfilterung und der Hormonabgabe nachkommen. Giftstoffe verbleiben im Körper, Wasser lagert sich im Körper ein. Im Stadium der terminalen Niereninsuffizienz bleibt nur die Dialyse oder die Nierentransplantation.

Prophylaxe: Bluthochdruck richtig einstellen

Nur die Hälfte der Hypertoniker weiß überhaupt von ihrer Erkrankung. Von dieser Hälfte werden wiederum mehr als die Hälfte nur ungenügend behandelt. Es empfiehlt sich darum, im Rahmen eines Gesundheits-Checkups regelmäßig Blutdruckmessungen durchführen zu lassen und sich vom Arzt entsprechend beraten und therapieren zu lassen.


Quellen:

  1. Bluthochdruck, Berufsverband Deutscher Internisten e.V. URL: internisten-im-netz.de
  2. Bluthochdruck und seine Folgen Deutsche Hochdruckliga e.V. URL: hochdruckliga.de
  3. Bluthochdruck (Hypertonie) – Ursachen, Risikofaktoren Wort & Bild Verlag. URL: apotheken-umschau.de
  4. Hypertonie Robert Koch Institut. URL: rki.de
  5. Miamed AMBOSS: Bibliothek für Ärzte und Medizinstudenten; Gerd Herold und Mitarbeiter: Herold 2015; Herausgeber Dr. med. Gerd Herold, Arzt für Innere Medizin/Arbeitsmedizin; Köln 2015; S. 300 – 316

Veröffentlicht am: 23.06.2016

Arzneimittel auswählen
Medizinischen Fragebogen ausfüllen
Der Arzt stellt Ihr Rezept aus
Apotheke versendet Ihr Medikament