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Leuchtende Kondome warnen vor Geschlechtskrankheiten

Veröffentlicht in Sex & Liebe 01 Jul, 2015

Ein fluoreszierendes Kondom? Das klingt vielleicht nach einer Albernheit, doch tatsächlich steckt ein ernster Präventions-Gedanke dahinter. Wir klären auf, was es mit den leuchtenden Kondomen auf sich hat.

Kondom als Warnsystem vor Geschlechtskrankheiten


Die Idee hinter den leuchtenden Kondomen ist ganz simpel – bei Kontakt mit einer STI-(sexually transmitted infection)-infizierten Person leuchtet das Kondom in einer entsprechenden Farbe auf. Dabei zeigt es nicht nur an ob, sondern auch unter welcher Geschlechtskrankheit der Betroffene leidet. Jeder Infektion ist eine bestimmte Farbe zugewiesen – Blau steht für Syphilis, Gelb für Herpes-Viren, Grün für Chlamydien und lila für HP-Viren. Bestimmte Moleküle am Kondom sollen sich bei Körperkontakt an die entsprechende Bakterien oder Viren haften und so für das Farbenspiel sorgen. Im Dunkeln würde entsprechend eine fluoreszierende Reaktion eintreten und das Kondom zum leuchten bringen. Für den Sexualpartner ein eindeutiges Signal, dass der Gegenüber infiziert ist.

Jugend forscht – mit Verhütung


Die Idee der leuchtenden Kondome entstammt nicht von hochrangigen Wissenschaftlern, sondern drei britischen Schülern. Sie entwickelten das Grundkonzept als Beitrag des Teen-Tech-Preises 2015 und gewannen damit in der Kategorie Gesundheit. Sie wollen mit dem Präservativ eine diskrete Lösung zur Prävention vor Geschlechtskrankheiten liefern, die im Schutz des privaten Schlafzimmers durchgeführt werden kann. Die Frage bleibt natürlich wie die Partner reagieren, sobald das Kondom zu leuchten beginnt. Der Entwurf trifft jedoch überall auf Begeisterung, sodass die Teenager keine Schwierigkeiten haben dürften Investoren für die Weiterentwicklung der Idee zu finden. Einen passenden Namen haben die drei Schüler auch schon: S.T.EYE (angelehnt an STI).

Geschlechtskrankheiten weiter auf dem Vormarsch


Die Jungforscher haben mit ihrem Entwurf den Nagel der Zeit getroffen. Neue Zahlen zur Verbreitung von Geschlechtskrankheiten machen seit geraumer Zeit auf einen erneuten Anstieg aufmerksam. So verkündet die WHO (Weltgesundheitsorganisation), dass es unter den 19- bis 49-Jährigen etwa zu 448 Millionen Neuinfektionen mit Erkrankungen wie Tripper (Ghonorroe), Chlamydien, Syphilis oder Trichomonaden jährlich kommt. Allein täglich sollen sich eine Million Menschen weltweit infizieren. Besonders gefährdet sind dabei Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern und die Altersgruppe der 20- bis 30-Jährigen. Gleichzeitig scheint das Verantwortungsgefühl bei der Verhütung jedoch zu sinken. Allein in Deutschland haben etwa 74 Prozent der 20- bis 35-Jährigen schon einmal ungeschützt Verkehr vollzogen. Unter den 16- bis 44-Jährigen, die mehrere Sexualpartner haben, ging die regelmäßige Verwendung von Kondomen sogar um ein bis vier Prozent zurück. Einige Gesundheitsexperten machen für diesen negativen Trend Dating-Apps wie Tinder verantwortlich.

Statistik: Kondomverwendung von Personen mit mehreren Sexualpartnern in Deutschland in den Jahren 1989 bis 2014 | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista


Test auf Geschlechtskrankheit nur mit dem Arzt


Bisher müssen Betroffene, die fürchten an einer Geschlechtskrankheit zu leiden, noch den zeitaufwendigen und peinlichen Weg zum Arzt gehen. Lediglich Blut- oder Urintests, die im Labor untersucht werden, stehen den Patienten zur Verfügung. Privatsphäre erlangt man nur über einen online bestellten Urintest, der jedoch auch zu einem Labor geschickt werden muss. Klar ist, auf Diskretion und Schnelligkeit wird bisher nicht viel Wert gelegt. Wer bei spontanem Geschlechtsverkehr mit einem neuen Partner Gewissheit haben will, der muss auf ebendiese Spontanität verzichten und geduldig auf Testergebnisse warten. Heutzutage, da viele Menschen offener mit Sex umgehen, kann ein leuchtendes Kondom eine effektive Lösung darstellen, um einen weiteren Anstieg der Neuinfektionen mit Geschlechtskrankheiten zu vermeiden. Zwar ist es auch hier nötig, dass die Partner ein Kondom verwenden, doch mag das gute alte Kondom wieder viel interessanter erscheinen, wenn es eben gleich einen Schnelltest mitliefert.

Ob mit oder ohne leuchtendes Kondom, wer unter einer Geschlechtskrankheit leidet, sollte schnellstmöglich einen Arzt für eine gezielte Behandlung aufsuchen. Das verhindert nicht nur ernsthafte Folgen, wie Unfruchtbarkeit, sondern auch die Ansteckung anderer Menschen. Umso wichtiger ist es, bei einer positiven Diagnose, auch die Sexualpartner zu informieren.

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