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Küsse als Bakterienschleuder: Einmal geknutscht, 80 Millionen Bakterien ausgetauscht!

Veröffentlicht in Sex & Liebe 07 Dez, 2014

Küssen ist zärtlich, romantisch und sexy – wenn man davon absieht, dass man im Nahkampf unzählige Bakterien überträgt. Bei der Übertragung von Bakterien und Viren denken die meisten Menschen zunächst an Toilettensitze, Türklinken oder Haltegriffe in öffentlichen Verkehrsmitteln: Der eine Mensch mit Schnupfen wischt sich mit der Hand durchs Gesicht und berührt anschließend eine Klinke, an der die Viren kleben bleiben. So gelangen sie auf die Hand des nächsten Menschen, der die Klinke benutzt. Berührt dieser nun mit der Hand sein Gesicht, gelangen die Viren in den Körper und lösen so eine Infektion aus. Regelmäßiges Händewaschen trägt also viel dazu bei, dass Viren und Bakterien erst gar nicht in den Körper gelangen und das Immunsystem angreifen können.

Allerdings gibt es noch eine weitere Art der Bakterienübertragung, an die nur wenige Menschen denken: Den innigen Kuss zweiter Verliebter. Forscher des Amsterdam Institute for Molecules, Medicines and Systems haben sich nun erstmals näher mit den medizinischen Aspekten des Küssens befasst und kamen dabei zu einem beeindruckenden Ergebnis: Ein zehn Sekunden langer intensiver Kuss sorgt dafür, dass rund 80 Millionen Bakterien ihren Aufenthaltsort wechseln und sich im Speichel der geküssten Person niederlassen.

Mundflora von Paaren gleicht sich an

Für das Experiment suchten sich die niederländischen Mikrobiologen insgesamt 21 hetero- und homosexuelle Liebespaare, die bereit waren, sich im Dienste der Wissenschaft ausführlich zu knutschen. Jeweils ein Partner musste vor dem Kuss einen speziellen probiotischen Drink konsumieren, dem ein Bakteriencocktail zugesetzt worden war. Anschließend sollten die Probanden ihren Partner mindestens zehn Sekunden lang intensiv knutschen. Bei der Überprüfung des Speichels stellte sich dann heraus, dass sich die Zahl der Bakterien im Mund des Empfängers sprunghaft verdreifacht hatte.

Kein Wunder also, dass sich bei Paaren in einer stabilen Beziehung mit vielen Küssen allmählich auch die Mundflora angleicht. Für Menschen mit einer ungesunden Mundflora kann das sogar gesundheitliche Vorteile haben, denn auf diesem Weg werden auch gesunde Bakterien übertragen, die sich beispielsweise auf den Schleimhäuten einnisten und vor Infektionen schützen.

Allerdings muss sich auch niemand sorgen machen, wenn einmal auf einer Party im alkoholisierten Zustand heftig mit einer fremden Person geknutscht wird: Es würde schon einiges mehr dazu gehören, die eigene Mundflora zu beeinflussen. Mit einmaligen Eindringlingen werden die heimischen Bakterien spielend fertig.

Mikroorganismus Mundflora

In der menschlichen Mundhöhle tummeln sich Millionen Bakterien, Viren und Pilze die gemeinsam eine Mikroorganismusgemeinschaft bilden. Die oft verwendete Bezeichnung "Mundflora" ist heute theoretisch nicht mehr gültig, denn sie stammt noch aus der Zeit als Bakterien und andere Mikroorganismen der Pflanzenwelt zugeordnet wurden.

Bei einer gesunden Balance lebt der Mensch im Einklang mit seiner individuellen Mundflora und bemerkt die vielen Mikroorganismen gar nicht. So wissen die meisten auch nicht, dass bestimmte Bakterien vor Infektionskrankheiten schützen, indem sie Eindringlinge im Mundraum vernichten.

Allerdings können manche Mikroorganismen auch für ordentlich Ärger sorgen: Das Bakterium Streptococcus mutans lässt Karies in den Zähnen entstehen, während Actinobacillus-Bakterien das Zahnfleisch angreifen. Insgesamt haben Forscher des Max Planck-Institutes in Leipzig in einer anderen Studie einmal rund 600 verschiedene "Untermieter" in den Mundhöhlen ihrer Probanden gefunden. Hinweise darauf, dass die gesunde Mundflora gestört ist, geben auch unangenehme Erscheinungen wie Halitosis (starker Mundgeruch) oder Zahnfleischentzündungen wie Gingivitis und Parondontitis.

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