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Johanniskraut schwächt die Pille

Veröffentlicht in Sex & Liebe 07 Aug, 2013

Viele Frauen nehmen leichte pflanzliche Mittel wie Johanniskraut bei depressiven Verstimmungen ohne zu wissen, dass die Kombination Johanniskraut - Pille zu einem erhöhten Schwangerschaftsrisiko führen kann. Denn auch die scheinbar gesunden Phytopharmaka (pflanzliche Arzneimittel) können Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben.

Johanniskraut und Pille - keine gute Kombination

Das Echte Johanniskraut - in der Fachsprache Hypericum perforatum genannt - ist eine uralte Heilpflanze, die schon in der Antike Anwendung fand. Heute werden Johanniskraut-Extrakte vor allem bei leichten depressivem Stimmungen, Stimmungsschwankungen und nervöser Unruhe eingenommen. Da diese pflanzlichen Mittel auch in vielen Drogerien im Regal stehen, macht sich kaum jemand Gedanken darüber, dass Johanniskraut Nebenwirkungen haben könnte. Im Gegenteil, viele sind froh, dass sie die pflanzlichen Stimmungsaufheller einfach so in den Einkaufskorb legen können, ohne in der Apotheke oder gar beim Arzt danach fragen zu müssen. Dabei könnte ein Beratungsgespräch dabei helfen, die Zusammenhänge zwischen Johanniskraut und Pille deutlich zu machen.

Die frei erhältlichen Johanniskrautpräparate und der beliebte Johanniskraut Tee sind so niedrig dosiert (maximal 1g des Wirkstoffes Hyperforin), dass sie auch in der Kombination Johanniskraut - Pille keinen Schaden anrichten können. Stärker dosierte Medikamente unterliegen der Apothekenpflicht oder sind sogar verschreibungspflichtig. Doch selbst dann erfolgt nicht immer die notwendige Beratung.

Johanniskraut - Pille: Die Wechselwirkungen

Oral eingenommene Medikamente gehen beim Menschen grundsätzlich auch durch den Darm: Der Körper nimmt die Wirkstoffe auf und scheidet den unbrauchbaren Rest über die Leber und den Darm aus. Auch die täglich geschluckte Pille funktioniert auf diese Weise. Johanniskraut sorgt jedoch (unter anderem) für einen beschleunigten Stoffabbau in Darm und Leber, so dass die Wirkstoffe anderer Medikamente so schnell abgebaut werden, dass sie erst gar nicht ihre Wirkung entfalten können. Dies bedeutet auch, dass die empfängnisverhütende Wirkung der Pille so sehr abgeschwächt wird, dass das Risiko einer Schwangerschaft erhöht ist.

Zu beachten ist auch, dass es auch nach der Absetzung eines Johanniskraut-Präparates gut eine Woche dauert, bis die letzten Reste aus den System gespült wurden und keine Wechselwirkungen zwischen Johanniskraut und Pille mehr auftreten können.

Johanniskraut Nebenwirkungen: Lieber den Arzt fragen

Es ist grundsätzlich immer eine gute Idee, vor der Einnahme von neuen Medikamenten mit dem Arzt zu sprechen oder sich zumindest in der Apotheke beraten zu lassen. Nicht nur die Wechselwirkungen von Johanniskraut und Pille sollten beachtet werden, sondern auch andere Wechselwirkungen mit Antibiotika und Antidepressiva. Eher selten sind beim Johanniskraut Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Magen-Darm-Probleme. Bei hohen oder stark konzentrierten Dosen kann es bei hellhäutigen Menschen zu Johanniskraut Nebenwirkungen wie erhöhte Lichtempfindlichkeit (Phototoxie) und Sonnenbrand kommen. Diese Menschen sollten also vor einem Urlaub in sonnigen Regionen möglichst auf Johanniskraut verzichten.

Vorsicht ist auch bei Schwangerschaften geboten: Im Mittelalter wurde Johanniskraut Tee gebraut um eine Abtreibung vorzunehmen! Zwar ist es heute fast ausgeschlossen, dass ein ungeborenes Kind durch im Handel erhältlichen Johanniskraut Tee oder andere Johanniskraut-Präparate Schaden erleidet, doch trotzdem sollte während einer Schwangerschaft besser auf die Einnahme verzichtet werden.

Johanniskraut Tee

Johanniskraut Tee kann theoretisch "selbstgemacht" werden, in dem die Pflanze gepflückt und getrocknet wird. In der Regel greifen die meisten Menschen jedoch eher zum fertigen Kräutertee. Johanniskraut Tee wird nicht nur bei Menstruationsbeschwerden eingesetzt, sondern auch bei Magen-Darm-Problemen und bei Atemwegserkrankungen. Der Tee wirkt entzündungshemmend, entkrampfend und entspannend. Bei schwereren Krämpfen empfiehlt sich die Verwendung von Johanniskraut-Öl, das in die betroffene Körperpartie einmassiert wird.

Fazit: Johanniskraut ja, aber nur nach Beratung

Im Grunde ist gegen die Kombination Johanniskraut - Pille nichts einzuwenden. Frauen sollten sich jedoch vorher vom Arzt oder Apotheker beraten lassen, so dass entweder eine niedrige Dosis eingenommen wird, die die Wirkung der Pille nicht beeinflusst, oder dass sicherheitshalber zusätzlich Kondome eingesetzt werden, solange das Präparat genutzt wird.

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