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Wie Kindheitstraumata die Gesundheit beeinflussen

Veröffentlicht in News & Forschung 20 Mai, 2015

Machen wir im Kindesalter traumatische Erfahrungen, dann kann dies unsere Gesundheit in manchen Fällen sogar im Erwachsenenalter noch beeinflussen. Neuere Studien zeigen nun, wie unsere Lebensqualität und sogar unser Erbgut von Traumata durch frühere einschneidende Erlebnisse verändert werden können.

Was versteht man unter einer allostasischen Last?


Eine allostasische Last entsteht, wenn Köper und Geist durch chronischen Stress oder traumatische Erlebnisse belastet werden. Diese physiologische Aktivierung kann die Organsysteme, das Herz-Kreislaufsystem und die Psyche stark beeinträchtigen. Nicht kontrollierbarer Stress kann außerdem eine Destabilisierung zentralnervöser Strukturen nach sich ziehen. Kinder sind natürlich besonders anfällig, da sich ihr Gehirn und ihr Nervensystem noch nicht vollständig ausgebildet hat.

Wie können frühe Belastungen uns später beeinträchtigen?


Derzeit sind umfassende Studien zu den Auswirkungen von Kindheitstraumata noch in den Kinderschuhen, es lassen sich allerdings bereits erste Rückschlüsse machen. So beschäftigte sich eine Studie des Nationalen Instituts für Gesundheit und medizinische Forschung in Frankreich (INSERM) unter der Leitung von Cristina Barboza mit dem Zusammenhang zwischen negativen Kindheitserfahrungen (adverse childhood experiences) und allostatischer Last (AL). Dabei wurden die Daten der "National Child Development Study" aus Großbritannien mit 7535 Teilnehmern untersucht. In der Studie befanden sich Personen, die im Jahr 1958 geboren wurden, die französische Studie konzentrierte sich dabei auf die Teilnehmer, die zwischen dem siebten und dem 16. Lebensjahr mehr als zwei belastende Erlebnisse im familiären Umfeld erlebten. Zu ihnen zählten zum Beispiel vernachlässigte Kinder und jene, deren Eltern sich trennten oder bei denen ein Elternteil unter einer seelischen Erkrankung litt.

Es wurde bei den Untersuchungen deutlich, dass die allostatische Last der Erwachsenen deutlich erhöht war. Bei den Männern zeigten 59% ein ungesundes Verhalten, einen niedrigeren materiellen Status sowie einen geringeren Bildungsstand als die Teilnehmer mit einer unbeschwerten Kindheit. Bei den Frauen hingegen konnte bei 76% der Teilnehmerinnen eine höhere allostatische Last beobachten werden, die sich durch Rauchen, Übergewicht, in einem geringeren Bildungsgrad und einem niedrigeren Einkommen äußerte.

Sogar Spuren im Erbgut sind möglich


Elisabeth Binder und ihr Team am Max-Planck-Institut untersuchten das Erbmaterial von 2.000 Afro-Amerikanern, die als Kinder oder Erwachsene traumatische Erfahrungen gemacht haben. Die Teilnehmer erlitten beispielsweise körperliche oder sexuelle Misshandlung oder machten schon früh Erfahrungen mit Gewalt. Man fand bei der Studie heraus, dass die Teilnehmer sich durch das sogenannte FKBP5-Gen von anderen Menschen unterscheiden. Weiterhin wurde dabei erstmals eine Sequenz beobachtet, die dafür verantwortlich ist, ob ein Trauma dauerhafte Spuren in den Genen hinterlässt oder nicht. Liegt eine bestimmte Genvariante vor, dann kann es zu stressvermittelten molekularen Veränderungen der DNA kommen. Zukünftige Studien sollen nun herausfinden, wie dieser Effekt gelindert oder rückgängig gemacht werden kann.

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