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Zum Beginn der Pilzsaison: Mediziner warnen vor Vergiftungen

Veröffentlicht in News & Forschung 07 Sep, 2014

Wenn der Sommer unwiderruflich vorbei ist und die warme Herbstsonne die Wälder golden leuchten lässt, ziehen wieder Scharen von mehr oder weniger gut informierten Pilzsammlern hinaus, um sich die von Mutter Natur verschenkten Köstlichkeiten zu sichern. Leider immer häufiger mit üblen Folgen: Wie das Giftinformationszentrum Nord (GIZ) nun pünktlich zum Beginn der Pilzsaison mitteilte, hat die die Zahl der schweren Pilzvergiftungen in ihrem Zuständigkeitsbereich innerhalb eines Jahres verdoppelt.

Die DAK berichtet ähnliches: Sie verzeichnete für 2013 einen Anstieg von Menschen, die aufgrund einer Pilzvergiftung im Krankenhaus landeten, von 41 Prozent. Dies klingt zunächst dramatisch, doch in Zahlen ausgedrückt relativiert sich das schon wieder, denn es handelte es deutschlandweit gerade einmal um 34 Fälle. Die meisten davon (neun) in Bayern, gefolgt von Niedersachsen (sechs) und Nordrhein-Westfalen (vier).

Völlig ahnungslos im Wald unterwegs

Doch auch wenn die Zahl der schweren Vergiftungen insgesamt gesehen niedrig liegt, sind noch immer jedes Jahr etwa zehn Todesfälle zu beklagen - und erwischen kann es jeden, der ohne Fachwissen mit dem Sammelkörbchen in den Wald zieht. Dies sind leider die meisten. Oder wie Dr. Wulf Schultze, Botaniker an der Universität Hamburg so treffend anmerkte: "Ohne eine Ahnung, aber dafür mit einer App". Smartphone-Apps seien einfach nicht gut genug um Pilze korrekt zu identifizieren.

Besonders groß ist die Verwechslungsgefahr zwischen dem viel verspeisten Champignon und dem hochgiftigen Knollenblätterpilz, auf den auch die Todesfälle zurückgehen. Die in ihm enthaltenen Amatoxine und Phallotoxine lösen schon in geringen Dosen ein schweres Leberversagen mit Todesfolge aus.

Ähnlich falsche Freunde sind der Steinpilz und der Gallenröhrling, der jedoch so bitter ist, dass die meisten Menschen schon die erste Kostprobe wieder ausspucken und so nur wenig Schaden nehmen. Der Satans-Röhrling ist eigentlich leicht durch seinen roten Fruchtkörper vom essbaren Hexen-Röhrling zu unterscheiden, doch dies hindert viele Sammler nicht daran, sich an ihm zu vergreifen und anschließend mit schweren Magen-Darm-Beschwerden im Krankenhaus zu laden.

Tipps für ein gefahrloses Sammeln

Was also sollten Sammler beherzigen, die unbedingt frische Waldpilze ernten wollen? Als Faustregel Nummer Eins gilt: Lieber den Experten fragen, als drauflos futtern. In den meisten Waldgebieten gibt es Pilzberatungsstellen, bei denen der eigene Fund präsentiert und identifiziert werden kann. Auf gar keinen Fall sollten sich Sammler auf Smartphone-Apps, das Internet oder Bücher verlassen.

Pilzvergiftungen machen sich zumeist durch Magen/Darmprobleme oder Brechdurchfall bemerkbar. So manche Sorte führt außerdem zu Halluzinationen oder Rauschzuständen. Wer nach einer Pilzmahlzeit die Toilettenschüssel innigst umarmt oder ein angeregtes Gespräch mit dem längst verstorbenen Großvater führt, sollte am besten den Giftnotruf kontaktieren, das nächste Krankenhaus aufsuchen oder gleich den Notarzt rufen. Die Kontaktdaten der deutschen Giftnotrufzentren gibt es u.a. auf der Website des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

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