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Smartphone-Sucht unter Jugendlichen: Gibt es das überhaupt?

Veröffentlicht in News & Forschung 05 Sep, 2014

Die Jüngeren scheinen heute keine zehn Minuten mehr ohne ihr Smartphone auszukommen. So verbreitet ist das Phänomen, dass es dafür bereits einen Fachbegriff gibt: Die Nomophobie. Dabei handelt es sich jedoch nicht um einen Begriff aus dem altehrwürdigen lateinischen Medizinlexikon, sondern um eine in Großbritannien entstandene Abkürzung für "No-Mobile-Phone-Phobie", also der Angst, ohne Mobiltelefon da zu stehen.

Mehr als zwei Stunden täglich am Smartphone

Nicht nur die Briten kleben ständig an ihren Geräten. Eine neue Studie der Universität Bonn ergab, dass rund ein Viertel der Probanden täglich - alle kurzen Checks zusammengerechnet - mehr als zwei Stunden mit ihren Smartphones verbrachte. Gemessen wurde dies mit einer speziellen App, die kontrollierte, wie häufig das Smartphone entsperrt wurde, welche Programme genutzt wurden und wie oft mit wem kommuniziert wurde. Im Durchschnitt schauten die Studienteilnehmer rund 80mal am Tag auf das Telefon - in der Hälfte der Fälle entsperrten sie es auch zur weiteren Nutzung.

Eine Umfrage des statistischen Bundesamtes ergab kürzlich jedoch weniger dramatische Ergebnisse: Bei dieser Umfrage erklärten lediglich 10,4%, dass sie mehr als zwei Stunden pro Tag mit dem Telefon verbrachten. Weit mehr als die Hälfte (55,9%) verbrachten dagegen maximal 40 Stunden am Tag mit dem Gerät. Wobei es natürlich durchaus Unterschiede in der Eigenwahrnehmung geben kann und der aktiven Protokollierung der Aktivität durch eine App.

Echte Gefahr oder Alarmismus?

Ärzte lassen es sich nicht nehmen, auf die zahlreichen Gefahren, die von der Smartphone-Sucht ausgeht, hinzuweisen. Freunde und Familie würden vernachlässigt, die Leistungen in der Schule oder am Arbeitsplatz sinken und noch dazu drohen schwere Haltungsschäden, weil eine "orthopädisch absurde Haltung eingenommen werde". Dies klingt natürlich dramatisch. Allerdings wurden neue Medien in Deutschland schon immer gerne verteufelt:

"Eine Jugend ohne Rettung verloren, geprägt von unüberwindlicher Trägheit, Ekel und Widerwillen gegen jede reelle Arbeit, (…)ewige Zerstreuung und unaufhörliche Ratlosigkeit der Seele, die (…)nie einen Gedanken ganz fest halten kann" - was klingt wie die moderne Kritik an den Jugendlichen und ihrer Smartphone-Nutzung stammt tatsächlich aus dem späten 18. Jahrhundert. Damals führten Kritiker wie Friedrich Burchard Beneken einen Kreuzzug gegen das sich ausbreitende Laster des Lesens. Auch Radio, Kino und Fernsehen wurden zum Zeitpunkt ihrer Erfindung stets zunächst verteufelt - vom Internet ganz zu schweigen.

Den eigenen Smartphone-Konsum per App kontrollieren

Die App "Moment" misst nicht nur wie lange und wie häufig ein Smartphone-Nutzer das Gerät täglich verwendet, sie kann auch genutzt werden um sich selbst zu kontrollieren. Wer beispielsweise stundenlang obsessiv Candy Crush spielt statt Hausaufgaben zu machen oder alle fünf Minuten schaut, was es bei Facebook neues gibt, kann über "Moment" ein Tageslimit angeben. Ist dieses erreicht, ermahnt die App, das es nun auch mal genug ist. Vielen hilft dies schon zu erkennen, dass sie mehr Zeit am Smartphone verbringen als sie selbst ahnten.

Ansonsten sollte sich auch niemand beunruhigen lassen, denn das Smartphone ersetzt heute viele andere Geräte, die sonst unabhängig voneinander benutzt würden: Wer früher mindestens einmal pro Stunde auf die Armbanduhr schaute, aktiviert heute eben 10x am Tag das Smartphone nur um sich über die aktuelle Zeit zu informieren. Für eine Diagnose wie "Depression" oder "Angststörung" wie Ärzte und Kulturpessimisten warnen, reicht es noch lange nicht.

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