Live Chat +44 20 3322 1430
Das Patientenservice Team ist jetzt erreichbar: Mo-Fr 09:00-19:00
Home / Gesundheitsblog / News & Forschung
Der 121doc Gesundheitsblog Alles für Ihre Gesundheit

Pornos lassen das Gehirn schrumpfen

Veröffentlicht in News & Forschung 30 Jul, 2014

Es ist schon viel geschrieben worden über Pornofilme und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft und die menschliche Gesundheit. Doch nun haben Wissenschaftler zum ersten Mal nachweisen können, dass der Konsum von Pornos das Gehirn tatsächlich schrumpfen lässt.

Pornokonsum völlig normal geworden

Noch vor zwei Jahrzehnten waren Sexfilme etwas, das verschämt und im Schutz der Dunkelheit in einschlägigen Kinos konsumiert oder in neutralen Hüllen aus dem Hinterzimmer der Videotheken ausgeliehen wurde. Doch seit es das Internet möglich macht, in völliger Anonymität zuhause in den eigenen vier Wänden Pornos zu sehen, ist der Konsum weltweit stark angestiegen. Statistiken zufolge machen sexuelle Inhalte fast die Hälfte des gesamten Internet-Traffics aus und in einer Umfrage gaben zwei Drittel der amerikanischen Männer zu, mindestens einmal pro Monat pornografisches Material zu konsumieren. Bei den Frauen waren es immer noch 40 Prozent.

Deutsche Forscher von Max Planck Institut für Bildungsforschung und der Charité Berlin wollten nun konkreter wissen, wie es um den Pornokonsum der Menschen bestellt ist - und welche körperlichen Auswirkungen er haben kann. Dazu ließen sie insgesamt 64 gesunde Männer im Alter von 21 bis 45 Jahren Fragebögen ausfüllen und maßen ihre Gehirnstruktur und -aktivitäten. Im Schnitt schauten sich die Teilnehmer rund vier Stunden wöchentlich pornografisches Material an - bei einem Drittel zeigten sich schon die ersten Zeichen für ein Suchtverhalten.

Nucleus Caudatus schrumpft: Belohnungszentrum gestört

Der hohe Pornokonsum hatte jedoch nicht nur psychische Auswirkungen auf die Teilnehmer: Bei einer MRT-Volumetrie-Untersuchung stellten die Forscher außerdem fest, dass die Männer mit hohem Pornokonsum einen deutlich verkleinerten Nucleus Caudatus im Gehirn aufwiesen. Diese Struktur wird auch als Schweifkern bezeichnet und ist Teil der Basalganglien unterhalb der Großhirnrinde. Der Nucleus Caudatus spielt eine große Rolle für das Belohnungszentrum im Gehirn, d.h. die Motivation, Belohnungen zu bekommen, zwischen unterschiedlichen Belohnungen zu differenzieren und die eigene Aufmerksamkeit darauf auszurichten.

Doch nicht nur der Schweifkern war bei den Pornokonsumenten kleiner als gewöhnlich, auch das Putamen, das mit ihm zusammen das Striatum bildet und bei der Verarbeitung sexueller Inhalte eine Rolle spielt, zeigte deutlich weniger Aktivität als bei anderen Teilnehmern.

Ursache oder Wirkung?

So interessant die Studienergebnisse auch waren, lassen sie doch die entscheidende Frage offen: Führt intensiver Pornokonsum dazu, dass der Nucleus Caudatus schrumpft und die für sexuelle Reize empfänglichen Teile des Gehirns abstumpfen, oder führt ein von Natur aus sehr kleiner Schweifkern dazu, dass diese Menschen stärkere Reize benötigen um sich überhaupt erregt zu fühlen? Die Forscher weisen darauf hin, dass zur Beantwortung dieser Frage weitaus größere Studien notwendig seien, doch sie halten es für wahrscheinlicher, dass der Pornokonsum das Belohnungszentrum abstumpfen lässt. Schließlich lässt sich der gleiche Effekt auch bei anderen Süchten beobachten: Die Süchtigen müssen mit der Zeit ihre Dosis immer weiter steigern um die bekannte und erwünschte Wirkung zu erzielen.

Online-Sexsucht weit verbreitetes Phänomen

Die Zahl der „Online-Sexsüchtigen“ steigt derweil unvermindert weiter. Anders als bei der regulären Sexsucht, bei der die Betroffenen ständig auf der Suche nach realen sexuellen Abenteuern sind, tummeln sich diese Menschen im Internet und suchen online nach Befriedigung. Dabei häuft so mancher enorme Schulden für Bezahlseiten, Telefonchats und Webcams auf. Schätzungen zufolge ist etwa ein Prozent der Bevölkerung betroffen - die Dunkelziffer könnte jedoch noch weit höher liegen.


Von Nicole Freialdenhoven


Kommentar abschicken.
  • Ihr Name:*
  • E-Mail Adresse:
  • Ihr Kommentar:*
Weiterlesen
Entdecken Sie 121doc Blog Kategorien
Entdecken Sie mehr
Sport gehört zu einer gesunden Ernährungsumstellung einfach dazu – das... Weiterlesen
Etwa 15% Prozent der deutschen Männer sind beschnitten. Dabei spielen vor... Weiterlesen
Feinstaub kann, besonders in Großstädten, zu einem echten Problem werden... Weiterlesen