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Von Abtreibung bis Penis-Selfies - Im Internet muss man nackt sein

Veröffentlicht in News & Forschung 08 Mai, 2014

Eine Abtreibung im Internet - Die Amerikanerin Emily Letts hat die neue Diskussion über die Tabus im Internet losgetreten. Sie veröffentlichte ein Video über ihre eigene Abtreibung auf YouTube. Das Video zeigt die Frau während des chirurgischen Eingriffes, den sie am Ende mit dem munteren Schlusswort „Geschafft, yaaayy“ beendet. In den Medien wird der Film als Skandal Video angeprangert und erntet heftige Kritik.

Warum? Nun, zum einen bleibt da natürlich die immer andauernde Debatte um die Moral eines Schwangerschaftsabbruches. Doch dieses Video stößt vielen Menschen besonders negativ auf, weil die Amerikanerin in einer so intimen Situation, die für Frauen eigentlich ein schwerer Gang seien sollte, absolut ausgelassen und fast fröhlich wirkt.

Verkürzung der Schamlippen vs. Abtreibung – ein Sieg der Moral?

Ja, Emily Letts bleibt die ganze Zeit über ruhig und gelassen. Wirkt sie nicht fast wie eine von den anderen 1000 Mädchen, die im Fernsehen oder auf YouTube zu ihrer Schönheitsoperation gekarrt werden? Ist sie nicht fast genauso fröhlich wie die Frau, der im Fernsehen die Schamlippen verkürzt werden, damit sie die gemeinsamen Stunden mit ihrem Mann wieder besser genießen kann?

Ist ein Schwangerschaftsabbruch nicht genauso legal und sogar viel häufiger an der Tagesordnung vieler Krankenhäuser, wie eine Schamlippenkorrektur? Beides intime Momente, in denen – sollte man meinen – eigentlich keine außenstehende Person dabei sein sollte. Trotzdem darf bei einem herzlich gelächelt werden, beim anderen ist es ein Skandal und man wird an den virtuellen Pranger gestellt. Hat das Internet etwa doch noch seine Moral gefunden?

"Ich habe für mich das Richtige getan"

Der Unterschied liegt wohl darin, dass die 25jährige ganz klar in die Kamera sagt, dass sie sich eben nicht so fühlt, wie es ihr alle vorschreiben wollen. Sie fühlt sich nicht schuldig und schlecht nach der Prozedur. Im Gegenteil, sie seie eher glücklich jetzt zu wissen, dass sie ein Baby bekommen kann. Zu diesem Zeitpunkt war sie allerdings noch nicht bereit dafür und bereue ihre Entscheidung daher nicht. Sie weiß, dass sie für sich das Richtige getan hat.

Das Hintergrund des Videos war allerdings hauptsächlich ein Mittel zur Selbstvermarktung der Amerikanerin. Die ist nämlich Abtreibungsberaterin und ist ungewollt schwanger geworden. Mit dem Video wollte Sie den Frauen der Welt zeigen, dass man sich vor einer Abtreibung nicht zu fürchten braucht.

Trotzdem stimmen in einer Umfrage der BUNTEN (mit einem wahrscheinlich höheren weiblichen Leseranteil) 75% mit: "Unmöglich. Wie konnte Sie nur?"
Nur 25% sagen: "Gut. Sie nimmt der Abtreibung den Schrecken."

Nackt-Selfies und Co.

Am Ende bleibt doch auch bei diesem Beispiel der online Abtreibung die eine virtuelle Faustregel bestehen: sollen im Internet viele Menschen erreicht werden, muss man eben die Hosen runterlassen. Wer will schon noch Selfies sehen, wenn es auch Nackt-Selfies gibt. Es gibt keine Intimität, keine Privatsphäre und schon gar keine Moral. Wir haben das Internet ja zu dem gemacht was es ist. Da braucht man sich jetzt auch nicht wundern, wenn man sich vor Penisbildern nicht mehr retten kann und die Abtreibung eben im Internet gezeigt wird. Und die Lösung ist doch die gleiche wie bei dem ganzen anderen Krempel auch: Man muss es sich ja nicht ansehen. Und schon gar nicht nachmachen.

Was meint ihr zu dem Abtreibungsvideo? Hat Emily Letts hier eine Grenze überschritten?

Zur abschließenden Moral des Tages verabschiede ich mich mit einem Fast-Penis-Selfie ;)



Von Sabine Will


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