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Vogelgrippe H5N8 in Niedersachsen: Keine Gefahr für Menschen

Veröffentlicht in News & Forschung 20 Jan, 2015

Und wieder einmal ist die Vogelgrippe in Deutschland unterwegs: Auf einem Geflügelhof in Niedersachsen wurde der als gefährlich geltende Erreger H5N8 festgestellt, der im November schon einmal in Mecklenburg-Vorpommern und in den Niederlanden auftrat. Auf dem Hof und einem weiteren Hof in der Gemeinde Barßel bei Cloppenburg müssen nun insgesamt 31.000 Puten getötet werden. In ganz Niedersachsen, dem größten Geflügelproduzenten Deutschlands, leben rund 13,5 Millionen Puten und Hühner. Schon nach dem ersten Ausbruch im November war in weiten Teilen Niedersachsens eine Stallpflicht in Kraft getreten um die Tiere zu schützen. In Mecklenburg-Vorpommern gilt die Gefahr derweil als gebannt: Die Tiere dürfen wieder ins Freie.

H5N8 Virus ist ein alter Bekannter

Theoretisch können die Erreger der Vogelgrippe auch auf den Menschen überwechseln. Schlagzeilen machte das H5N1-Virus, an dem 668 Menschen erkrankten, von denen 393 in Folge der Infektionen verstarben. In China geht seit Ende 2013 das H7N9-Virus um, mit dem sich über 450 Menschen infizierten und 175 verstarben. Vom H5N8-Virus ist derzeit noch nicht bekannt, dass er auf den Menschen übergreifen kann.

Die vielen unterschiedlichen Bezeichnungen leiten sich von den einzelnen Subtypen des Influenza-A-Virus ab, der sowohl Menschen als auch Tiere befallen kann und sich immer wieder verändert. Forscher vermuten, dass der erste Vorläufer der heutigen Influenza A-Viren im Jahr 1872 von Pferden auf Vögel und Menschen wechselten. Die beiden Buchstaben H und N stehen dabei für Hämagglutinin und Neuraminidase.

Eine der ersten extremen aggressiven Viren war der Subtyp H1N1, der zwischen 1918 und 1920 etwa 25 Millionen Todesopfer forderte und als "Spanische Grippe" bekannt wurde. Zu den H1N1-Viren zählt auch die sogenannte Schweinegrippe, die 2009 für weltweite Verunsicherung sorgte.

Dass Vögel besonders häufig von unterschiedlichen Grippeviren betroffen sind, hängt möglicherweise auch mit den miserablen Bedingungen in der Geflügelzucht zusammen, in der tausende Tiere auf engstem Raum im Schmutz zusammen leben. Der H5N8 wurde im November 1983 erstmals in Irland festgestellt und trat später u.a. in den USA, in Korea und in China auf. Seit November 2014 werden Fälle aus Deutschland, den Niederlanden, Italien und Großbritannien gemeldet.

Ansteckungsgefahr für Menschen gering

Das H5N8-Virus kann nur im direkten Kontakt mit infiziertem lebendem Geflügel auf den Menschen übertragen werden. Die meisten menschlichen Opfer waren auf Geflügelhöfen oder in Schlachtbetrieben tätig. Für den Verbraucher besteht generell keine Ansteckungsgefahr, da er höchstens mit abgepacktem Geflügelfleisch in Kontakt kommt.

Schon beim letzten großen Ausbruch der H1N1-Vogelgrippe wurde in Experimenten festgestellt, dass die Erreger nach nur einer Sekunde Erhitzen auf 70 Grad vernichtet wurde. Da Geflügelfleisch prinzipiell nicht roh verzehrt wird, besteht keine Gefahr der Ansteckung durch den Konsum von Fleisch oder auch von Eiern. Die Weihnachtsgans kann also ganz beruhigt genossen werden.

Auch der Verzehr von Wildvögeln wie Fasanen und Rebhühnern sollte kein Problem darstellen, da sei dem Ausbruch der Vogelgrippe ein Jagdverbot verhängt wurde. Wer von einem befreundeten Jäger dennoch einen (illegal) frisch geschossenen Fasan angeboten bekommt, sollte ihn auf jeden Fall gründlich durchgaren um etwaige Viren zu töten.

Wer tote Vögel beim Spaziergang findet, sollte den Kontakt mit ihnen vermeiden. Eltern sollten auch darauf achten, dass Kinder keine Federn aufheben und in den Mund stecken. Die Gefahr einer Infektion ist zwar verschwindend gering, aber gerade bei kleinen Kindern ist das Immunsystem oft noch nicht stabil genug um mit Eindringlingen fertig zu werden. Hunde sollten in Risikogebieten an der Leine gehalten werden, damit sie nicht an toten Vögeln schnuppern und Katzen nicht freilaufen gelassen werden. Bewiesen ist, dass sich Katzen mit dem H5N1-Virus anstecken können, wenn sie einen infizierten Vögel fressen - die Chancen sind also hoch, dass dies auch bei H5N8 der Fall ist.

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