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Johanniskraut und seine Wechselwirkungen

Veröffentlicht in News & Forschung 30 Nov, 2013

Johanniskraut wird seit Jahren gerne genutzt um milde depressive Verstimmungen und Stimmungsschwankungen zu mildern. Doch noch immer gibt es viele Menschen, die nicht ausreichend über die Folgen von Johanniskraut und seiner Wechselwirkung auf Medikamente informiert sind. Besonders wichtig für Frauen ist die Johanniskraut Wechselwirkung auf die Pille.

Welche Johanniskraut Wechselwirkung ist bekannt?

Eine umfangreiche Studie zur Johanniskraut Wechselwirkung mit anderen Medikamenten veröffentliche die China Medical University vor einiger Zeit. Dabei wurde unter anderem festgestellt, dass Johanniskraut so manches lebensrettende Medikament unwirksam macht. Genannt wurden unter anderem Proteaseinhibitoren für Menschen mit HIV, Chemotherapiemittel bei Menschen mit Krebserkrankungen und Gliclazid für Diabetiker. Auch das Herzmedikament Digoxin und der Blutfettsenker Simvastatin zeigten nach einer Johanniskraut-Einnahme nur noch reduzierte Wirkung.

Besonders gefährlich ist die Johanniskraut Wechselwirkung jedoch für Patienten, die mit einem transplantierten Organ leben: Diese Menschen müssen spezielle Medikamente nehmen, die das Immunsystem daran hindern, das fremde Organ wieder abzustoßen. Werden diese Medikamente von Johanniskraut deaktiviert, kann es zu einer Abstoßreaktion kommen, die in den schlimmsten Fällen tödlich verläuft.

Schuld an den Wechselwirkungen hat gewöhnlich ein Enzym in der Leber mit dem Namen Zytochrom P450. Dieses reagiert auf Johanniskraut mit einer gesteigerten Aktivität, die den Stoffwechsel beschleunigt und dafür sorgt, dass Medikamente wieder ausgeschieden werden, ehe sie ihre Wirkung voll entfaltet haben. Menschen die regelmäßig Medikamente nehmen, sollten also unbedingt Rücksprache mit ihrem Arzt halten, ehe sie sich in der Apotheke ein Johanniskrautpräparat kaufen.

Johanniskraut und die Pille

Ein anderes Medikament, das sich nicht mit Johanniskraut verträgt, ist die Pille. Auch hier ist wieder das Leberenzym daran schuld, dass die Wirkstoffe der Pille so schnell abgebaut werden, dass sie ihren Schutz nicht mehr voll entfalten kann. Wie stark Johanniskraut die Pille beeinflusst, ist jedoch umstritten und natürlich hängt es auch vom gewählten Johanniskrautpräparat ab: Ein leichter Tee aus der Drogerie wirkt sich natürlich weit weniger aus als ein hochkonzentriertes Extrakt in Tablettenform aus der Apotheke.

Eine Kombination von Johanniskraut und Pille sollte trotzdem stets nur mit Vorsicht genossen werden. Wer eine Schwangerschaft aus welchem Grund auch immer auf jeden Fall vermeiden will, sollte entweder zusätzliche oder alternative Verhütungsmittel nutzen oder mit dem Arzt oder Apotheker über Alternativen zum Johanniskraut sprechen.

Johanniskraut und hormonelle Verhütungsmittel

Die gleiche Warnung gilt übrigens auch für ähnliche Verhütungsmittel wie das Hormonstäbchen Implanon und den Vaginalring. Auch die "Pille danach", die häufig die letzte Rettung nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr bedeutet, kann möglicherweise ihre Wirkung nicht entfalten, wenn die Frau regelmäßig Johanniskrautextrakte nimmt. Zusammenfassend lässt sich sagen: Johanniskraut und hormonelle Verhütungsmittel gehören nicht zusammen. Betroffene sollten entweder auf alternative Verhütungsmittel wie Kondome zurückgreifen oder zu anderen Präparaten greifen um ihre Stimmungsschwankungen besser in den Griff zu bekommen.

Alternativen zu Johanniskraut

Wer auf die Pille nicht verzichten kann oder will, sollte den Mut aufbringen, mit dem Arzt über die depressiven Verstimmungen zu versprechen. Er kann sowohl medikamentöse Alternativen zu Johanniskraut verschreiben, als auch andere Therapiemethoden vorschlagen. Bei Menschen, die vor allem im Winter zu depressiven Verstimmungen neigen, hilft zum Beispiel oft eine Lichttherapie, die das im Winter so spärliche Tageslicht ergänzt. Geht die depressive Verstimmung mit Schlafproblemen einher, hat sich schon oft ein kontrollierter Schlafentzug als sinnvoll erwiesen.

Fazit: Johanniskraut mag "nur" ein pflanzliches Heilmittel aus der Natur sein, doch die allgemeine Annahme, dass die Phytotherapie (Pflanzenheilhunde) grundsätzlich sanfter und schonender ist als die chemische Keule der Pharmaindustrie, stimmt in diesem Fall nicht. Dies zeigt die Johanniskraut Wechselwirkung mit zahlreichen Medikamenten und mit der Anti-Baby-Pille. Daher sollte vor jeder Einnahme von Johanniskraut jenseits leicht dosierter Tees aus der Drogerie eine sorgfältige Beratung durch den Arzt oder Apotheker erfolgen.

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