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Hirnblutung nach Konzertbesuch durch Headbangen

Veröffentlicht in News & Forschung 17 Jul, 2014

Heavy Metal-Fans mögen es gerne laut und wild. Das Headbangen, bei dem der Kopf rhythmisch zur Musik vor und zurück geworfen wird, gehört zu einem Heavy Metal-Konzert einfach dazu. Allerdings ist das Headbangen, auf Deutsch auch als "Schädeln" bekannt, nicht ganz ungefährlich für die Gesundheit: Diese schmerzhafte Erfahrung musste ein 50-jähriger Metal-Fan nun nach einem Konzert der Band Motörhead machen.

Nachdem sich der Mann zwei Wochen lang mit schweren unerklärlichen Kopfschmerzen herumgeplagt hatte, war er schließlich bei der Medizinischen Hochschule in Hannover vorstellig geworden. Dort stellten die Ärzte mit Hilfe einer Computertomografie fest, dass der Mann an einer subduralen Hirnblutung litt, einem sogenannten Hämatom. Beim Headbangen waren ihm offensichtlich Brückenvenen im Gehirn gerissen, so dass es zu einem Blutstau unter der Hirnhaut kam - eine Verletzung die unbehandelt tödlich ausgeht.

Schwachstelle im Gehirn

Doch auch wenn Mutti vor den Gefahren des Headbangens warnt, sind solche Fälle ausgesprochen selten, beruhigen Experten: Weltweit wurden bislang nur drei Hämatome als Folge eines Heavy Metal-Konzerts diagnostiziert. Bei dem betroffenen Mann aus Hannover war eine sogenannte Arachnoidalzyste erschwerend hinzugekommen - ein angeborener Hohlraum im Gehirn, der das Reißen der Venen begünstigte. Nachdem das aufgestaute Blut aus dem Hirn abgeflossen war, konnte der Patient gesund nach Hause entlassen werden. Ob er in Zukunft wieder Headbangen wird, ist dagegen nicht überliefert.

Nackenschmerzen sind wahrscheinlicher

Weitaus größer ist das Risiko, beim Headbangen den Nacken zu lädieren. Mediziner der Universität New South Wales in Sydney hatten sich bereits 2008 mit den gesundheitlichen Folgen des Headbangens beschäftigt - oder suchten zumindest nach einem Grund, warum die Universität ihre Eintrittskarten für Heavy Metal-Konzerte finanzieren sollten. Jedenfalls beobachteten die beiden Forscher auf mehreren Konzerten das Headbanging und erstellten danach ein Rechenmodell. Ihr Ergebnis: Bei einer Musik von 146 Schlägen pro Minute und einem Bewegungswinkel von 45 Grad drohten Nacken- und Kopfschmerzen und im schlimmsten Fall ein Schleudertrauma. Sie kamen zu dem humorvollen Schluss, dass Besuche von Heavy Metal-Konzerten eigentlich nur mit Halskrause zu empfehlen seien - oder ein Umstieg auf die Musik von Celine Dion.

Gleichgewichtssinn trainieren

Neben den Nackenschmerzen, die echte Metal-Fans als gegeben hinnehmen und die nach einigen Tagen von alleine wieder verschwinden, birgt das Headbangen jedoch noch eine andere Gefahr: Gerade Anfänger verlieren dabei häufig das Gleichgewicht und stolpern in ihre Nachbarn. Im schlimmsten Fall kann es dabei auch passieren, dass zwei Dickschädel aneinanderstoßen. Konzerterfahrene Metal-Fans empfehlen daher, zunächst einmal den Gleichgewichtssinn zu trainieren und auf einen festen Stand zu achten. Dann kann (relativ) sicher geschädelt werden.


Von Nicole Freialdenhoven


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