Live Chat +44 20 3322 1430
Das Patientenservice Team ist jetzt erreichbar: Mo-Fr 09:00-19:00
Home / Gesundheitsblog / News & Forschung
Der 121doc Gesundheitsblog Alles für Ihre Gesundheit

Ebola-Epidemie in Westafrika: Ist auch Europa gefährdet?

Veröffentlicht in News & Forschung 03 Aug, 2014

Der heftige Ausbruch der gefährlichen Ebola-Krankheit in Westafrika macht den Gesundheitsbehörden weltweit zu schaffen: Sie befürchten, dass sich das Virus durch Flugreisende erstmals auch auf andere Kontinente ausbreiten könnte. Zuletzt war in Nigeria ein Mann mit Ebola diagnostiziert worden, der zuvor mit dem Flugzeug aus Liberia eingereist war. Zwei mögliche Verdachtsfälle in Hong Kong und im englischen Birmingham haben sich zum Glück nicht bestätigt. Dennoch wollen Flughäfen weltweit ihre Sicherheitsmaßnahmen verstärken.

Was ist Ebola?

Der Name Ebola stammt von einem Dorf am Ebola-Fluss im Kongo, wo das Virus 1976 zum ersten Mal auftrat. Bei diesem ersten Ausbruch starben insgesamt 280 von 318 erkrankten Menschen. Fast zeitgleich wurde das Ebola-Virus auch im Sudan erstmals festgestellt. Woher es ursprünglich kam, konnte die Wissenschaft bis heute nicht klären. Vermutet werden Fledermäuse oder Flughunde als ursprüngliche Reservoirwirte. Beim sogenannten Nilflughund (Rousettus aegyptiacus) konnten Antikörper gegen das Ebolavirus und das ähnliche Marburgvirus nachgewiesen werden. Möglicherweise erfolgt die Übertragung auf den Menschen durch Körperkontakt mit infizierten Wildtieren wie Flughunden, aber auch Affen, die sich bei den Flughunden angesteckt haben.

Für die aktuelle Ebola-Epidemie in Westafrika wurde ein zweijähriges Mädchen im Südosten von Guinea als "Patient Zero" ausgemacht, als erstes Opfer. Sie starb bereits Anfang Dezember 2013, wobei nicht klar ist, wie sie sich mit dem Virus infizierte. Neben dem direkten Kontakt zu Wildtieren ist es auch möglich, dass das Virus durch infiziertes Fleisch auf den Menschen übertragen wird, z.B. wenn ein infizierter Affe zu "Bush Meat" verarbeitet und verspeist wird.

Wie verläuft die Ebola-Infektion?

Das Virus wird meist durch Kontakt- bzw. Schmierinfektion übertragen, doch auch eine Tröpfcheninfektion konnte bereits nachgewiesen werden. Die Inkubationszeit beträgt lediglich wenige Tage. Bis heute gibt es keine wirksame Impfung oder medikamentöse Therapie gegen das Virus, so dass die Ebola-Krankheit meist tödlich verläuft.

Zunächst machen sich bei Ebola grippeähnliche Symptome wie Kopfschmerzen, Fieber und Abgeschlagenheit bemerkbar. Kurz darauf kommt es zu schwerem Durchfall und Erbrechen und schließlich zu einem hämorrhagischen Fieber mit Blutungen, Krämpfen, Kreislaufkollaps und Funktionsstörungen in Leber und Nieren. Die Blutungen zerstören schließlich Lunge, Milz und Magen-Darm-Trakt und führen so zum Tode.

Die Todesrate konnte in den letzten Jahren dank intensiver Behandlung mit Antibiotika und Flüssigkeitszufuhr von über 90% auf etwa 50% gesenkt werden.

Wie groß ist das Infektionsrisiko?

Da die Ansteckung lediglich durch direkten Körperkontakt (Schmierinfektion) erfolgt, ist die Ansteckungsgefahr relativ gering. Vor allem Pflegepersonal in den Krankenhäusern und Familienangehörige haben ein großes Risiko, sich anzustecken. Allerdings ist nicht auszuschließen, dass sich das Virus per Flugzeug auch in andere Länder ausbreitet. Der mittlerweile an Ebola verstorbene Amerikaner Patrick Sawyer durfte beispielsweise von Liberia über Ghana und Togo nach Nigeria fliegen, wo er ins Krankenhaus eingeliefert wurde.

Für Flugpassagiere besteht in der Regel keine Gefahr, sich bei anderen Passagieren mit Ebola anzustecken. Flughäfen vor Ort in den drei betroffenen Ländern Liberia, Sierra Leone und Guinea haben mittlerweile Kontrollen eingerichtet, die sich auf die Früherkennung von Symptomen wie Fieber richten. An europäischen Flughäfen mit direkten Flügen aus den westafrikanischen Ländern werden Neuankömmlinge ebenfalls stärker kontrolliert. Die Weltgesundheitsorganisation WHO glaubt jedoch nicht, dass sich das Ebolavirus auf andere Kontinente ausbreiten wird.


Von Nicole Freialdenhoven


Kommentar abschicken.
  • Ihr Name:*
  • E-Mail Adresse:
  • Ihr Kommentar:*
Weiterlesen
Entdecken Sie 121doc Blog Kategorien
Entdecken Sie mehr
Sport gehört zu einer gesunden Ernährungsumstellung einfach dazu – das... Weiterlesen
Etwa 15% Prozent der deutschen Männer sind beschnitten. Dabei spielen vor... Weiterlesen
Feinstaub kann, besonders in Großstädten, zu einem echten Problem werden... Weiterlesen