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3-Eltern-Babys - Gen(ie)-streich oder wider die Natur?

Veröffentlicht in News & Forschung 06 Feb, 2015

In Großbritannien wird es in Zukunft Babys von drei Eltern geben


Im Bereich der Genforschung haben sich in Großbritannien diese Woche spannende neue Perspektiven eröffnet. Um die Weitergabe von bestimmten Erbkrankheiten zu verhindern, wird es hier zukünftig möglich sein, Kinder aus dem Erbmaterial drei unterschiedlicher Erwachsener zu zeugen.

Ein Meilenstein für kranke Paare mit Kinderwunsch?


Ausgangspunkt für die Abstimmung im Parlament war die Frage, ob es in Zukunft möglich sein soll das Erbgut einer gesunden Frau hinzuzuziehen um es Frauen, die ihrem Kind mit großer Wahrscheinlichkeit Mitochondriopathie vererben würden, zu ermöglichen, leibliche Kinder ohne den Gendefekt zu haben. Wird in diesem Bereich nun mehr Forschung ermöglicht, dann können sich aber natürlich auch noch ganz andere Perspektiven eröffnen. So hoffen gleichgeschlechtliche Paare beispielsweise, dass in Zukunft vielleicht Kinder mit dem Genmaterial beider Partner und einem dritten Spender gezeugt werden könnten.


Tatsächlich gibt es überall auf der Welt unzählige Menschen, die dank des medizinischen Fortschrittes bereits wissen, dass eine normale Empfängnis sehr wahrscheinlich zu einem Kind mit großen gesundheitlichen Problemen führen würde. Die Tatsache, dass die Anwendung von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen zur genetischen Veränderung von Embryos nun in bestimmten Fällen legal wird, gibt diesen Paaren natürlich große Hoffnung. Sharon Bernardi beispielsweise, die bereits sieben Kinder an die Mitochondriopathie Krankheit verloren hat, ist über diese Perspektive überglücklich.

So haben die britischen Minister abgestimmt


Die Abstimmung in London wurde natürlich mit intensiven Debatten auf beiden Seiten begleitet. Die englische Kirche merkte beispielsweise an, dass derzeit noch überhaupt nicht klar ist, ob dieses Verfahren auch ethisch und gesundheitlich unbedenklich ist. Parlamentsmitglied Fiona Bruce fand, dass für die Abstimmung mehr Zeit als die angesetzten 90 Minuten benötigt würden und dass man sich fragen sollte, ob es fair ist, zwei lebensfähige Embryos zu zerstören um einen Dritten ohne den Gendefekt zu erzeugen. Etliche andere Experten hingegen argumentierten, dass eine positive Entscheidung unzähligen Paaren helfen könnte sich den Wunsch einer leiblichen Familie endlich zu erfüllen.

In der parlamentarischen Abstimmung stimmten insgesamt 382 Mitglieder für den Gesetzesentwurf und 128 Mitglieder dagegen – eine klare Mehrheit also. Im nächsten Schritt wird nun im House of Lords abgestimmt, man geht allerdings auch hier von einer positiven Entscheidung aus.

Wie geht es nun weiter und wie sieht das Verfahren genau aus?


Zwar wurde an diesem Thema bereits seit Langem geforscht, dennoch wird es allerdings noch eine Weile dauern, bis das Verfahren zu einem medizinischen Standard werden könnte. Fraglich ist derzeit beispielsweise, ob Krankenkassen die Kosten für das Verfahren übernehmen würden und ob ein ähnlicher Gesetzesentwurf sich auch in anderen europäischen Ländern durchsetzen könnte.

Kommt das erste mögliche Verfahren zum Einsatz, dann werden zwei Eizellen mit dem Sperma des Vaters befruchtet – eine der leiblichen Mutter und eine der Spenderin. Anschließend werden die Vorkerne von beiden Embryos entfernt, allerdings werden nur die der tatsächlichen Eltern behalten. Nun wird ein gesunder Embryo erzeugt, indem der Vorkern der beiden Eltern in die Spendereizelle eingefügt wird. Das Einsetzen des Embryos in den Mutterleib sollte dann zu einer normalen, gesunden Schwangerschaft führen.

In einem zweiten möglichen Verfahren werden Eizellen von einer zukünftigen Mutter mit erkrankten Mitochondriopathien sowie von einer Spenderin entnommen. Anschließend wird der größte Teil des Genmaterials beider Eizellen entfernt, bevor das Genmaterial der Mutter in die Eizelle der Spenderin eingefügt wird um eine gesunde Eizelle zu schaffen. Diese kann dann mit den Spermien des Vaters befruchtet werden.

© BBC News

Bei all den gesundheitlichen Vorteilen, muss sich natürlich immer die Frage nach Ethik und Moral gestellt werden. Wie Experten bereits ansprechen, werden zwei gesunde befruchtete Eizellen zum kreieren des 3-Eltern-Babys vernichtet. Hinzukommt die Problematik der Elternfrage für das Kind. Inwieweit Identifikationsprobleme entstehen können, wenn die Kinder quasi drei Eltern haben, blieb bisher unberührt. Es bleibt spannend die weitere Entwicklung innerhalb Großbritannien aber auch für gesamt Europa zu betrachten.

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