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Impotenz durch ACE Hemmer und andere Medikamente?

Veröffentlicht in Männergesundheit 30 Aug, 2013

Seit einiger Zeit geistert ein Thema durch die Medien, das vor allem die Männerwelt aufschreckt: Blutdrucksenkende Mittel wie zum Beispiel ACE Hemmer sollen Impotenz auslösen. Mediziner wiegeln dagegen ab und versichern, dass es keinen Zusammenhang zwischen Impotenz und ACE Hemmer Medikamenten wie Ramipril gebe. Im Gegenteil: Durchblutungsstörungen wirken sich negativ auf die Erektionsfähigkeit aus, nicht die Medikamente, die diese Störungen behandeln.

Konkret lassen sich Erektionsstörungen sehr häufig auf eine fehlerhafte Durchblutung zurückführen. Männer befürchten daher, dass blutdrucksenkende Mittel die Gefäße verengen und dadurch nicht mehr genügend Blut zum Penis fließen kann. Dies ist jedoch nicht wissenschaftlich belegt. Im Gegenteil: ACE Hemmer sorgen sogar dafür, dass sich die Gefäße entspannen und mehr Blut in die Schwellkörper strömen kann. Dadurch kommt der Mann wieder zu einer besseren und stabileren Erektion. Kommt es doch zu Erektionsstörungen durch blutdrucksenkende Mittel, sollten die Betroffenen überlegen, ob es möglich ist, auf die Medikamente zu verzichten und den Blutdruck auf natürliche Weise zu senken - zum Beispiel durch eine gesündere Ernährung, Abnehmen, mehr Bewegung und den Verzicht auf Zigaretten.

Im Folgenden wollen wir uns einige Medikamente und ihre Funktionsweise genauer ansehen.

Sartane wie Valsartan und Impotenz: Fehlalarm

Einigen Berichten zufolge soll zum Beispiel der Blutdrucksenker Valsartan Impotenz auslösen. Valsartan gehört zur Gruppe der Sartane, die offiziell Angiotensin-II-Rezeptor-Subtyp-1-Antagonisten heißen (kurz AT₁-Antagonisten). Dabei handelt es sich um eine 1995 eingeführte Substanzengruppe und Weiterentwicklung der bis dahin verbreiteten ACE-Hemmer. Die Sartane wirken gezielt auf den Angiothensin II-Rezeptor (Subtyp 1) ein, der normalerweise für einen erhöhten Blutdruck sorgt. Besonders Valsartan wird auch zur Behandlung chronischer Herzinsuffizienz und zur Nachbehandlung nach Herzinfarkten eingesetzt.

Im Gegensatz zu den bis dahin meistgenutzten ACE-Hemmern haben Sartane weniger Nebenwirkungen. Ein früh geäußerter Verdacht, dass Sartane möglicherweise zu einem erhöhten Krebsrisiko führen können, wurde nicht bestätigt. Bekannte Nebenwirkungen sind lediglich Kopfschmerzen, Müdigkeit und Schwindel, sowie in seltenen Fällen eine Hyperkaliämie, d.h. eine erhöhte Konzentration von Kalium im Blut.

Ein Zusammenhang zwischen Valsartan und Impotenz konnte nicht hergestellt werden. Im Gegenteil, manche Studien haben gezeigt, dass Sartane die Erektionsfähigkeit sogar verbessern können.

Führt Ramipril zu Nebenwirkungen wie Impotenz?

Auch der ACE-Hemmer Ramipril soll Nebenwirkungen wie Impotenz mit sich bringen. Ramipril ist einer der am häufigsten verschriebenen ACE-Hemmer der zweiten Generation, die auf das Angiotensin Converting Enzyme einwirken und so den Angiontensin II-Spiegel senken.

Zu den Nebenwirkungen von Ramipril gehört ein trockener Husten, der durch den verlangsamten Abbau von Bradykinin im Körper ausgelöst wird. Auch Hautausschläge und Ödeme werden damit in Zusammenhang gebracht. Durch die teilweise stark ausfallende Blutdrucksenkung kann es zu Kopfschmerzen oder Schwindelgefühlen kommen. Frauen dürfen in der Schwangerschaft kein Ramipril einnehmen, da das Medikament zu Wachstumsstörungen beim ungeborenen Kind führen können. Weiterhin wurde beobachtet, dass Ramipril die blutzuckersenkende Wirkung von Insulin verstärkt, so dass gerade Diabetiker mit dem Einsatz vorsichtig sein müssen.

Zwar wird in Internetforen immer wieder über Ramipril Nebenwirkungen wie Impotenz berichtet, doch aus medizinischer Sicht sind diese "Schreckensberichte" selten begründet und können eine mentale Ursache haben ("Ich erwarte, dass Ramipril zu Impotenz führt, also tritt dies auch ein").

Bluthochdruck und Impotenz

Abschließend lässt sich sagen, dass weder ACE Hemmer wie Ramipril noch AT₁-Antagonisten wie Valsartan konkret Einfluss auf die männliche Erektionsfähigkeit haben. Wenn Bluthochdruck und Impotenz zusammen auftreten, liegt es am offensichtlichen körperlichen Zusammenhang: Bluthochdruck ist ein sicheres Zeichen für Gefäßverkalkungen und diese sorgen wiederum auch für einen gestörten Blutfluss zum Penis, wodurch die Erektionsfähigkeit negativ beeinflusst wird. Wer fest davon überzeugt ist, dass ein Zusammenhang zwischen dem verschriebenen blutdrucksenkenden Mittel und der eigenen Impotenz besteht, sollte mit dem Arzt Rücksprache halten und ein anderes Medikament ausprobieren. Bluthochdruck darf auf keinen Fall unbehandelt bleiben.

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