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Schafhoden-Extrakt und Ziegendrüsen Implantate - Impotenz Behandlungen vor Viagra

Veröffentlicht in Männergesundheit 02 Jun, 2014

Potenzstörungen sind kein neuzeitliches Problem, sondern wurden dem Menschen mit seinem Fortpflanzungstrieb sozusagen von Beginn an als Kleingedrucktes dazugegeben. Allerdings hatte man damals noch nie etwas von Viagra und Co. gehört, das erst 1998 in der Europäischen Union zugelassen wurde. Vorher gab es Potenzmittel in dieser Form nicht. Da musste man sich natürlich anderweitig abhelfen. Unsere Vorfahren haben sich ganz schon etwas einfallen lassen, um bei der Stange zu bleiben.

Frühes Mittelalter - Ausräucherung mit Fischgalle

Im Mittelalter ging man davon aus, dass Impotenz einen dämonischen Ursprung hat und hier in erster Linie religiöse Rituale abhelfen können. So wurde neben exotistischen Ritualen beispielsweise das Schlafgemach mit Fischgalle ausgeräuchert. Na wann da keine Lust aufkommt!

Trotz der Macht der Religion haben sich allerdings auch hier schon wissenschaftlich etwas brauchbarere Behandlungen angedeutet. Die heilige Hildegard von Bingen empfahl zur Therapie "feurige", "erhitzende" Heilkräuter, welche das innerliche Feuer wieder neu entfachen sollte. Dazu gehörten zum Beispiel Hauswurz oder Brennnessel.

Ab dem 9. Jahrhundert - Erste medizinische Versuche

In der mittelalterlichen islamischen Welt wurden die ersten Versuche unternommen, Impotenz zu behandeln. Dort haben muslimische Ärzte und Apotheker bestimmte Pillen verschrieben, die einmalig oral eingenommen werden sollten. Außerdem verordneten sie eine bestimmte Diät in Kombination mit den Tabletten.

Neben den oralen Tabletten haben die muslimischen Ärzte auch die lokale Anwendung von Behandlungen und die Einführung von Medikamenten über die Harnröhre versucht. Dies war zwischen dem 9. und dem 16. Jahrhundert weit verbreitet.

Ab dem 11. Jahrhundert – Her mit Knoblauch und Spargel

In der mittelalterlichen Klostermedizin kam man bereits auf den Geschmack von potenzsteigernden Lebensmitteln. Empfohlene Kost waren Spargel- und Selleriestangen, Karotte oder Kalmus. Mit zu den lustfördernden Lebensmitteln gehörten auch Knoblauch (auch die Liebeszwiebel genannt), Pfefferminz, Petersilie, Weißdorn und Rosmarin. Gewürze wie z.B. Pfeffer oder Gewürznelke wurden in Form von Tee oder auch als Badezusatz empfohlen.

19.-20. Jahrhundert – Injektion von Schafhoden-Extrakt

Je fortgeschrittener die Wissenschaft und Medizin, desto abgefahrener wurden die Experimente. Ab dem 19. Jahrhundert injizierten Ärzte dem Patienten Schafhoden-Extrakt, um die Impotenz zu behandelt. Schafhoden-Extrakt galt als Quelle von Testosteron, das in den Penis gespritzt wurde. Obwohl es heute schwer vorstellbar ist, war dieses Verfahren gar nicht mal so unbeliebt, denn es wurde noch bis in die 1940er Jahre praktiziert.

1920er und 1930er – Ziegendrüsenimplantate

In den Vereinigten Staaten hat ein gewisser Dr. John R. Brinkley eine sehr fragwürdige Methode entwickelt, um Impotenz zu behandeln. Er implantierte Hodendrüsen von Ziegen in den menschlichen Hodensack. Die Operation war nicht nur teuer, sondern auch mehr als gefährlich. Nicht wenige seiner Patienten erlitten postoperative Infektionen, einige starben daran sogar. Gebracht hat die glorreiche Idee nichts, weshalb Brinkley auch in mehreren Staaten seine Lizenz verlor und sogar vor Gericht landete.

Seit 1970 – aufblasbare Penisimplantate

In den 1970er Jahren begannen Chirurgen, Patienten mit aufblasbaren Penis-Implantaten zu behandeln. Zuvor erfand ein gewisser Geddings Osbon ein Gerät, das er als die "YED" oder "youth equivalence device" bezeichnete. Es wird noch heute als Vakuumpumpe zur Behandlung der erektilen Dysfunktion verwendet.

Alle Versuche, die erektile Dysfunktion mit Medikamenten zu behandeln, scheiterte bis 1983 der britische Physiologe Giles Brindley, in Las Vegas vor versammelter Gesellschaft die Hosen runterließ. Und das buchstäblich. Vor der American Urological Association im Publikum zog der Brite auf der Bühne blank und präsentierte damit die Wirkung des vorher bei ihm injizierten Papaverin auf die Aufbau einer Erektion. Dies legte den Grundstein für die Entwicklung oraler Antidiabetika.

1998 – Markteinführung von Viagra

1998 war es dann endlich soweit. Das erste Potenzmittel überhaupt – Viagra – wurde auf dem europäischen Markt eingeführt. Dabei ist die Entwicklung der neues Wunderpille des Herstellers Pfizer auch von Glück behaftet. Ursprünglich war der Wirkstoff Sildenafil in Viagra nämlich als Mittel für die Behandlung von Bluthochdruck getestet worden. Die potenzsteigernde Wirkung wurde während dieser Forschung eher zufällig entdeckt.

Potenzmittelflut

Heute gibt es verschiedene Alternativen für Viagra, darunter auch die großen Konkurrenten Cialis und Levitra. Seitdem das Patent von Viagra abgelaufen ist, wird der Markt außerdem mit einer Reihe von Generika mit dem gleichen Wirkstoff Sildenafil überflutet. Das Gute dabei ist: Potenzprobleme sind heute wahrlich kein Weltuntergang mehr, sondern sehr leicht behandelbar. Und bei der großen Auswahl an verschiedenen Möglichkeiten - ob es jetzt Potenzmittel, homöopathische oder therapeutische Mittel sind – ist auch für jeden das Richtige dabei.

Von Sabine Will

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