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Depression bei Männern: Neue Studie veröffentlicht

Veröffentlicht in Männergesundheit 27 Nov, 2013

Dass sich eine Depression bei Männern andern manifestiert als bei Frauen, ist mittlerweile bekannt. Eine neue Studie des Robert Koch-Institutes hat sich nun ebenfalls mit dem Thema Depression bei Männern beschäftigt und die Unterschiede zur Depression bei Frauen gründlicher erforscht. Die Ergebnisse wurden Ende September anlässlich der Woche der Seelischen Gesundheit veröffentlicht.

Depression bei Männern und Frauen nimmt zu

In den letzten Jahren ist die Zahl der psychischen Störungen in Deutschland stark angestiegen. Frauen werden dabei häufiger mit Depressionen diagnostiziert als Männer, was jedoch auch vermutlich auch daran liegt, dass sich Frauen häufiger trauen, psychische Probleme beim Arzt zur Sprache zu bringen. Jungen Männern wird dagegen bis heute noch häufig anerzogen, dass sie "stark" zu sein haben und ihre Probleme mit sich selbst ausmachen sollten.

Daneben hat sich jedoch auch die Erkenntnis durchgesetzt, dass sich Depression bei Männern anders äußert als bei Frauen. Viele Mediziner und Therapeuten müssen daher noch lernen, die Anzeichen für eine Depression bei Männern richtig zu erkennen. So wird Depression aktuell vor allem nach frauenspezifischen Kriterien wie depressiven Verstimmungen und Klagen beurteilt, während männerspezifische Kriterien wie Aggressivität und asoziales Verhalten bislang weniger Beachtung fanden.

Zahlen zur Depression: Die Statistik

Im Rahmen der Studie wurde zum Thema Depression eine Statistik veröffentlicht, die die Erkrankung in Zahlen passt: Demnach wurden in der Altersgruppe der 18 bis 65-jährigen bei insgesamt 8,3% der EU-Einwohner eine Depression festgestellt. Dabei lagen die Frauen mit 11,2% gegenüber 5,5% der Männer weit vorne. Zwar stammen diese Zahlen noch von der letzten großen Studie aus den Jahren 1998/1999, doch auch Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland ,die den Zeitraum von 2008 bis 2011 erfasste, kam auf 8,1% bei den Frauen und 3,8% bei den Männern. Studien aus anderen Ländern zeigen ähnliche Ergebnisse.

Keine Veränderungen in Deutschland: Depression Studie des RKI

Die nun veröffentliche Studie "Gesundheit in Deutschland aktuell" (GEDA) des Robert Koch-Institutes zeigte noch viele andere bemerkenswerte Ergebnisse. So ist die Diagnose Depression laut Studie häufig vom sozialen Status des Betroffenen abhängig: Bei Männern und Frauen mit niedrigem Sozialstatus werden etwa doppelt so häufig Depressionen diagnostiziert, wie bei Menschen mit hohem Status. Auffällig dabei: Männer der Altersgruppe 30 bis 44 Jahre, die arbeitslos sind oder "gelegentlich/in Teilzeit" arbeiten, werden häufiger mit Depressionen diagnostiziert als gleichaltrige Frauen in der gleichen Lebenslage. (15,1% und 10,2% bei den Männern, 10,1% und 7,6% bei den Frauen). Bei den über 45-jährigen haben sich die Zahlen wieder angeglichen: Hier wurde bei 15,8% der arbeitslosen Frauen und 15,4% der arbeitslosen Männer Depression festgestellt. Die Diskrepanz lässt sich vermutlich damit erklären, dass jüngere Frauen seltener an Depressionen leiden, weil sie freiwillig arbeitslos sind und durch die Kindererziehung ausgefüllt werden.

Dies gilt allerdings nur für Hausfrauen in einer stabilen Beziehung: Bei den Alleinerziehenden sind beide Geschlechter überdurchschnittlich vertreten. Keine Überraschung ist, dass eine Depression laut Studie am seltensten bei Vollzeit arbeitenden Männern diagnostiziert wird.

Depression bei jungen Männern und Frauen

Eine Depression bei jungen Männern ist der Studie zufolge eher selten: Bei den 18-29-jährigen Männern wurde bei 2,7% die Diagnose Depression gestellt, bei jungen Frauen waren es doppelt so viele, nämlich 5,8%. Am ehesten tritt eine Depression bei jungen Männern und Frauen auf, wenn die soziale Unterstützung des Umfeldes gering ist: Hier waren es 7,9% der jungen Männer und 15,6% der jungen Frauen, während es bei denen mit "hoher sozialer Unterstützung" nur 1,9% bzw. 3,3% sind.

Das Robert Koch-Institut hofft, dass die Zahlen der neuen Depression Studie als Diskussionsgrundlage dienen kann, vor allem wenn es um das Thema Depression bei Männern geht. Die vollständige Studie kann hier eingesehen werden. Zugleich werden weitere Studien zu diesem Thema gefordert.

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