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Mit sanftem Körperkontakt gegen Aggressionen

Veröffentlicht in Männergesundheit 08 Dez, 2013

Kann eine liebevolle Umarmung dafür sorgen, dass sich männliche Aggressionen in Luft auflösen? Zumindest bei Obstfliegen scheint es so, wenn das männliche Hormon Testosteron die Aggressivität ausgelöst hat. Dies ergab eine Studie der University of California in San Francisco. Und was für die Fliegen gilt, kann möglicherweise genauso gut für den Menschen gelten, so die Forscher, die den Zusammenhang zwischen Testosteron und Aggressivität näher untersuchten.

Wie Testosteron Aggression bei Fliegen auslöst

Die Männchen der Obstfliege Drosophila Melanogaster gelten als aggressive Zeitgenossen, die gerne aufeinander losgehen, sich wegschubsen oder sogar mit den Köpfen gegeneinander rennen wie kleine Widder. Vor allem, wenn sich ein Weibchen in der Nähe befindet, strotzen die Männchen nur so vor Machogehabe - und unterscheiden sich dabei kaum von menschlichen Männern. Die Sache sieht jedoch ganz anders aus, wenn die Männchen vorher Kontakt mit einem Weibchen gehabt haben, stellten die Forscher um Yuh Nung Jan in San Francisco nun fest.

Die Wissenschaftler hatten die Fliegen direkt nach dem Schlüpfen getrennt nach Männchen und Weibchen gehalten und nach einer Woche einen Teil der Fliegen in kleine Gruppen mit zwei Männchen und zwei Weibchen zusammengesetzt und andere Männchen zu zweit ohne Damen zusammengesetzt. Dabei stellte sich heraus, dass die Männchen weitaus weniger aggressiv auftraten, wenn sie zuvor schon einmal mit einem Weibchen zusammengesetzt worden waren, egal ob sie sich nun in einer gemischten Gruppe befanden oder nur in Gesellschaft eines anderen Männchens.

Vermutlich setzen die Weibchen ein Pheromon ab, das über körperlichen Kontakt auf die Männchen übertragen wird und bei diesen auf das Gehirn einwirkt. Diese Reizkette ist jedoch nur bei den Männchen vorhanden - nicht bei den Weibchen. Die Forscher vermuten, dass sich auch bei menschlichen Männern ähnliche Prozesse im Körper abspielen: wenn bei ihnen das Testosteron für Aggression sorgt, kann also möglicherweise eine sanfte weibliche Umarmung dafür sorgen, dass sie sich wieder herunter regeln.

Der Zusammenhang zwischen Testosteron und Aggressivität

Ob beim Menschen wirklich ein Zusammenhang zwischen Testosteron und Aggressivität besteht, ist jedoch umstritten. Eine Metaanalyse, die insgesamt 45 unterschiedliche Studien auswertete, ergab zwar einen signifikanten positiven Zusammenhang, doch andere Studien stellten fest, dass neben einem erhöhten Testosteron-Spiegel auch ein niedriger Cortisol-Spiegel das Verhalten der Männer beeinflusst. Bei Tieren ist der Zusammenhang zwischen Testosteron und Aggressivität eindeutiger belegt, da beispielsweise Hengste zu wesentlich mehr Kampfverhalten und Imponiergehabe neigen als kastrierte Wallache.

Beim Menschen wird dagegen noch diskutiert, ob Testosteron und Aggressivität so eng verknüpft sind, dass Kriminelle vor Gericht möglicherweise eine mildere Strafe erhalten, wenn sie im "Testosteronwahn" gehandelt haben. Eine weitere These stellt einen Zusammenhang zwischen Testosteron und Kriegen her: Der hohe Testosteronspiegel junger Männer, die ihre sexuellen Bedürfnisse nicht ausleben können, führt dieser These zufolge schneller zu Revolutionen, Aufständen und Kriegen - wie beim Arabischen Frühling.

Hier wurde vor allem Ägypten als Beispiel genannt: Die islamische Gesellschaft des Landes lebt eine strikte Geschlechtertrennung und Sex außerhalb der Ehe ist streng verboten. Zugleich können sich viele junge Männer aus den unteren Gesellschaftsschichten keine kostspielige Heirat leisten - und schmoren so in ihrer unerfüllten Sexualität, die sich wiederum in Aggressivität auf der Straße entlädt.

Testosteron hat auch positive Eigenschaften

Die ausschließliche Verbindung von Testosteron mit Aggression greift jedoch zu kurz: Immerhin haben andere Studien ergeben, dass ein hoher Testosteron-Spiegel dafür sorgt, dass Menschen deutlich weniger logen und sich sozialer verhielten. Letztendlich spielen jedoch so viele soziale und ökonomische Komponenten beim Menschen eine Rolle, dass der Zusammenhang zwischen Testosteron und Aggressivität bei ihnen anders bewertet werden muss, als beim Experiment mit den Obstfliegen.

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