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Wechseljahresbeschwerden: Neue Alternative zur Hormontherapie gefunden

Veröffentlicht in Frauengesundheit 17 Jun, 2014

Ab Mitte 40 beginnt für Frauen eine schwierige Phase im Leben: Die Menopause. In den sogenannten Wechseljahren nimmt die Fruchtbarkeit der Frau kontinuierlich ab und die Periode bleibt immer häufiger aus, bis sie gar nicht mehr stattfindet. Im Körper finden zu dieser Zeit viele hormonelle Umwälzungen statt, die sich unter anderem in den typischen Hitzewallungen und in Schweißausbrüchen äußert.

Eine beliebte aber auch umstrittene Behandlungsmethode ist die Hormonersatztherapie (HET), bei die immer weniger werdenden natürlichen Hormone durch künstliche Hormone ersetzt werden. Allerdings führten die Östrogenpräparate teilweise zu schweren Nebenwirkungen und standen unter Verdacht, die Entstehung von Brustkrebs, Thrombosen oder Herz-Kreislauferkrankungen zu begünstigen. Viele Frauen verzichteten daher lieber auf diese Behandlung. Nun gibt es jedoch Hoffnung für alle Zweifler: Forscher in den USA entdeckten andere Medikamente, mit deren Hilfe die typischen Wechseljahresbeschwerden behandelt werden können.

Von SSRI und SNRI: Antidepressiva gegen Hitzewallungen

Für die Behandlung von Depressionen werden meist sogenannte SSRI und SNRI eingesetzt: Hinter diesen Kürzeln verbergen sich Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (englisch: Selective Serotonin Reuptake Inhibitor) und Selektive Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (englisch: Selective Noradrenaline Reuptake Inhibitor). Vor allem SSRI werden gerne für unterschiedliche psychische Störungen wie Depressionen, Ängsten und Zwangsstörungen verwendet. Forscher beobachteten jedoch schon länger, dass sich diese Medikamente auch auf den Hormonhaushalt auswirken.

In einer direkten Vergleichsstudie wurden nun das SNRI Venlafaxin und die Hormontherapie Estradiol an zwei unterschiedlichen Frauengruppen ausprobiert, während eine weitere Gruppe ein Placebo erhielt. Dabei wurde deutlich, dass die Hormontherapie noch immer die beste Wirkung erzielte: Hier sank die Zahl der Phasen mit typischen Wechseljahresbeschwerden von 8, um 4,5, während sie bei den Probandinnen, die Venlafaxin erhielten, nur um 3,9 sanken. In der Placebo-Gruppe war der Wert mit 2,2 noch geringer.

Zugleich berichteten die Venlaflaxin-Nutzerinnen häufiger über Nebenwirkungen (70%) als die Estradiol-Nutzerinnen (56%). Zu den Folgen des SNRI gehörten u.a. ein erhöhter Blutdruck und das Gefühl großer Erschöpfung und Müdigkeit, während die Hormontherapie eher zu Schlaflosigkeit führte. So erstaunte es dann auch wenig, dass sich die Nutzerinnen von Estradiol am Ende der Studie zufriedener mit der Behandlung zeigten, als die Nutzerinnen von Venlaflaxin.

Die Forscher glauben jedoch, dass Venlaflaxin und das in den USA bereits zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden zugelassene SSRI Paroxetin, eine sinnvolle Alternative für Frauen sein kann, die vor der Hormontherapie zurückschrecken oder bei denen schon ein erhöhtes Brustkrebsrisiko besteht.

Welche Formen der Hormontherapie gibt es?

Wer sich dennoch für eine Hormontherapie entscheidet, hat die Wahl zwischen Tabletten, die jedoch täglich eingenommen werden müssen, und einer Hormonspritze, die nur einmal im Monat injiziert werden muss. Weitere Darreichungsformen sind Gele, Nasensprays und Hormonpflaster.

Entgegen der landläufigen Befürchtung führt eine Hormonersatztherapie übrigens nicht zwangsläufig zur Gewichtszunahme: Die Hormone können lediglich zu Wassereinlagerungen führen, die das Körpergewicht natürlich entsprechend erhöhen. Auch sinkt mit zunehmendem Alter ganz einfach der Energieverbrauch des Körpers, so das täglich weniger Kalorien verbrannt werden. Wer also mit 50 noch genauso isst wie mit 20, nimmt zwangsläufig zu.

Insgesamt dauern die Wechseljahre gut zehn, manchmal auch fünfzehn Jahre. Am häufigsten findet die letzte Regelblutung mit Anfang 50 statt. Danach dauert jedoch noch einige Jahre, bis die Hormonumstellung vollständig abgeschlossen ist und die Beschwerden endgültig vorbei sind.


Von Nicole Freialdenhoven


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