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Pille Danach in Deutschland endlich rezeptfrei

Veröffentlicht in Frauengesundheit 01 Dez, 2014

Schon öfter haben wir über das Ärgernis Rezeptpflicht bei der Pille Danach geschrieben, an der europaweit nur noch Deutschland und die beiden erzkatholischen Länder Polen und Italien festhalten. Sämtliche Versuche, die Rezeptpflicht aufzuheben, scheiterten am Widerstand der Konservativen. Schließlich könne deutschen Frauen doch keinesfalls zugetraut werden, selbst für sich zu entscheiden, ob sie das Notfallverhütungsmittel einnehmen oder nicht - das kann in Deutschland scheinbar nur der Arzt. Was natürlich dazu geführt hat, dass sich deutsche Frauen die Pille Danach seit Jahren in den Nachbarländern in der Apotheke holen oder - wenn sie nicht im grenznahen Raum wohnen - in Online-Apotheken bestellen. Was ganz gut funktioniert, solange die Pille Danach auf Vorrat zuhause vorhanden ist und nicht nur im Notfall dringend eingenommen werden muss.

Europäische Union entscheidet über Deutschland hinweg

Der erbitterte Widerstand der Konservativen wird jedoch schon bald vermutlich ins Leere laufen, denn die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat sich nun dafür ausgesprochen, der neueren Pille Danach EllaOne mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat die Freigabe zu erteilen: Sie war 2009 auf den Markt genommen und deswegen zunächst verschreibungspflichtig. Mediziner wollten so kontrollieren, ob es möglicherweise zu Nebenwirkungen im Alltagsgebrauch kam. Mittlerweile gilt dieser Prozess als abgeschlossen und EllaOne darf nun in der Apotheke frei verkauft werden.

Das Pikante daran: Hebt die Europäische Union nun die Rezeptpflicht für EllaOne auf, gilt dies in ganz Europa und damit auch in Deutschland. Dies würde zu der kuriosen Tatsache führen, dass die neuere (und teurere) EllaOne demnächst in Deutschland rezeptfrei in der Apotheke erhältlich ist, während die schon länger erhältliche Pidana mit dem Wirkstoff Levonorgestrel in Deutschland weiterhin rezeptpflichtig bleibt. Dieses Mittel fällt noch unter die Zuständigkeit der einzelnen Länder.

Wahlfreiheit bald auch in Deutschland

Experten vermuten jedoch, dass sich der konservative Gesundheitsminister Hermann Gröhe die Peinlichkeit ersparen wird und dann auch die Pidana freigibt. Immerhin ließ er nun schon verlauten, dass eine "intensive Beratung auch in den Apotheken der richtigen Weg sei", wenn "aufgrund einer Brüssler Entscheidung die Beratung zukünftig nicht mehr zwingend durch einen Arzt vorgenommen werden muss". In Schweigen hüllte sich bislang auch der Verband der Gynäkologen, für den der Wegfall der Rezeptpflicht auch den Wegfall einer bislang üppig sprudelnden Einkommensquelle bedeutet und der sich ebenfalls entsprechend gegen die Freigabe gewehrt hat.

Selbst wenn die Pidana so schnell nicht freigegeben wird, bleibt den Frauen bei der teureren EllaOne immerhin ein Trost: Bei ihr ist weniger Eile geboten, denn sie kann bis zu 120 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Bei der Pidana ist das Zeitfenster mit 72 Stunden etwas kleiner. Auch hatte kürzlich eine Studie ergeben, dass EllaOne bei übergewichtigen Frauen effektiver ist.

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