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Kommt jetzt das Viagra für Frauen?

Veröffentlicht in Frauengesundheit 08 Jun, 2015

Jahrelang forschen Wissenschaftler bereits an einer Sex-Pille zur Luststeigerung bei Frauen. Jetzt wurde in den USA ein Wirkstoff zugelassen, der das Viagra für Frauen werden könnte. Was steckt dahinter?

Libidostörung der Frau


Medizinische Studien zeigen schon lange, dass allein 40 Prozent der Frauen unter einer Luststörung leiden. Oftmals lässt sich dies auf eine krankheitsbedingte Vorbelastung zurückführen. Jedoch kann die Libidostörung bei 7 Prozent der Frauen nicht durch eine Vorerkrankung erklärt werden. Bei diesen Zahlen ist ausschließlich die Rede, von Frauen, die sich noch nicht in den Wechseljahren befinden. Denn zu diesem Zeitpunkt kommt ein natürlicher Abbau der Libido hinzu.

Bisher wurde die mangelnde sexuelle Lust bei Frauen, obwohl medizinisch begründet, häufig mit einer Psychotherapie bzw. Sexualtherapie behandelt, was jedoch selten den gewünschten Erfolg brachte. Entsprechend forschte die Pharmaindustrie intensiv nach einem Medikament zur gezielten Luststeigerung bei Frauen. Mit Flibanserin sollt jetzt der Durchbruch gelungen sein, sodass sogar die amerikanische Arzneibehörde FDA ihre Zustimmung zur Zulassung gab.

Flibanserin das pinke Viagra


Flibanserin wurde bereits 2010 in Deutschland entwickelt, vom Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim. Damals scheiterte das Viagra* für Frauen jedoch an der FDA, woraufhin das deutsche Unternehmen das Patent an die amerikanische Firma Sprout Pharmaceuticals verkaufte. Diese entwickelte den Wirkstoff nun weiter und erhielt das Recht auf Marktzulassung.

Flibanserin soll den Markennamen Addyi erhalten. Die Hersteller färbten die Tabletten pink, weshalb es bereits als pinkes Viagra bezeichnet wird – ein Umstand über den sich manche Frauenrechtlerinnen vielleicht streiten mögen.

Der Wirkstoff ist ein Agonist bzw. Serotoninhemmer. Er beeinflusst die Ausschüttung bestimmter Neurotransmitter des Gehirns, die für an der Steuerung des Sexualtriebs beteiligt sind. Das libidohemmende Serotonin wird gehemmt wohingegen die lustfördernden Stoffe Dopamin und Noradrenalin begünstigt werden. Damit wirkt das Mittel ähnlich wie ein Antidepressivum. Damit das Präparat effektiv wirkt muss täglich eingenommen werden.

Viagra für die Frau bald auf dem Mark?


Der Wirkstoff wurde in einer Überprüfung im Jahr 2010 und 2013 bereits 2-mal abgelehnt. Nun stimmte die FDA mit 18 zu sechs Stimmen einer möglichen Zulassung der Sex-Pille zu. Doch was bedeutet das nun konkret?

Die Abstimmung des Gremiums ist eher als Empfehlung zu sehen, eine endgültige Zulassung muss noch stattfinden und durch die FDA bestätigt werden. Allerdings hielt sich diese bisher immer an das vorige Votum, sodass einer Zulassung wohl nichts mehr im Weg steht. Allerdings muss sich der Hersteller an einige Auflagen halten, die bereits jetzt vom Ausschuss aufgestellt wurden. Denn das Präparat zeigt weiterhin Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Schwindel oder ein Blutdruckabfall. Gleichzeitig zweifeln einige Gesundheitsexperten die Wirksamkeit von Flibanserin weiterhin an. Daher soll der Hersteller mögliche Nebenwirkungen noch tiefgehender erforschen. Hierdurch soll noch einmal eindeutig nachgewiesen werden, das der medizinische Nutzen gegenüber möglicher Risiken überwiegt. Erst dann erhält Addyi die finale Zulassung für eine Markteinführung. Wie lange dieser Prozess dauert, darüber wurden keine weiteren Aussagen getroffen. Frauen können also nur hoffen, dass die bürokratischen Mühlen in den USA schneller mahlen als in Deutschland.

Anm. der Redaktion: Viagra ist ein Potenzmittel des Herstellers Pfizer, dass seit 1998 zur Behandlung von Impotenz bei Männern eingesetzt wird.

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