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Fettleibigkeit in Europa nimmt zu: Ist die Wirtschaftskrise schuld?

Veröffentlicht in Ernährung & Fitness 11 Dez, 2014

In früheren Jahrhunderten galt umfangreiche Leibesfülle als Privileg des reichen Adels: Sie waren die einzigen, die täglich üppig speisen konnten, während der Rest der Bevölkerung oft genug nur das Nötigste zum Leben hatte. Heute ist es paradoxerweise umgekehrt: Die Wohlhabenden setzen auf hochwertiges Obst und Gemüse vom Biobauern oder geben sich Trends wie veganer Ernährung hin, während Menschen in Finanznöten zu billiger Fertigkost greifen.

So lassen sich die Daten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zumindest interpretieren, die gerade ihren neuen Bericht für 2014 veröffentlicht hat. In fast allen EU-Ländern ist die Zahl der Fettleibigen in den letzten zehn Jahren gestiegen: Galt im Jahr 2002 noch jeder achte Europäer als fettleibig, war es 2014 schon jeder Sechste. Auch Deutschland war davon nicht ausgenommen: In Deutschland stieg die Zahl der Menschen mit einem Body-Mass-Index über 30 in den letzten zehn Jahren von 13 auf 16 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Wirtschaftskrise wirkt sich auf medizinische Leistungen aus

Nicht nur wurden in verschiedenen Studien direkte Zusammenhänge zwischen der eigenen finanzielle Notlage und Adipositas festgestellt, auch das Gesundheitswesen litt in vielen europäischen Ländern: Aufgrund der Wirtschaftskrise wurden im medizinischen Sektor häufig starke finanzielle Einschnitte gemacht und Personal abgebaut. Die Einsparungen führten außerdem dazu, dass viele Menschen ihre Kosten aus eigener Tasche zahlen mussten. Dabei war der stärkte Anstieg an Fettleibigkeit jedoch nicht in den südeuropäischen Krisenstaaten festzustellen, sondern in den nordischen Staaten Dänemark, Finnland und Island, sowie in Tschechien, Luxemburg und im ehemaligen Feinschmeckerparadies Frankreich. Insgesamt gesehen leben die meisten Fettleibigen in Großbritannien und Ungarn.

Immense Folgekosten drohen

Die OECD warnte im Zusammenhang mit der beständigen Zunahme von Übergewicht und Adipositas vor den immensen Kosten, die durch Folgekrankheiten entstehen werden. So gilt starkes Übergewicht als einer der größten Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes und Krebs.

Als übergewichtig gelten Menschen, wenn ihr Body-Mass-Index über 25 liegt. Bei einem BMI von 30 ist die Grenze zur Fettleibigkeit erreicht. Generell wird dazu die Körpermasse in Kilogramm durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat geteilt, also, z.B.:

75 kg % (1,65m)² = 27.5

Allerdings stammt die Berechnungsformel aus dem Jahr 1832 (!) und gilt heute als umstritten, weil sie beispielsweise nicht zwischen Fettgewebe und schwererem Muskelgewebe unterscheidet. So sind durchtrainierte Sportler kerngesund, werden aber dennoch aufgrund eines hohen BMI als "übergewichtig" eingestuft.

Dennoch lässt sich nicht von der Hand weisen, dass die Zahl der Übergewichtigen in ganz Europa seit Jahren steigt - und dies sicherlich daran liegt, dass immer mehr Europäer durchtrainierte muskulöse Sportler sind.

Weniger Alkohol und Nikotin

Möglicherweise suchen auch ehemalige Alkoholtrinker und Raucher zunehmend Trost in Schokolade und Pommes. Denn zu den positiven Ergebnissen der OECD-Studie gehört ein Rückgang des Alkohol- und Nikotinkonsums in Deutschland: Hatten sich die Deutschen im Jahr 1980 noch jedes Jahr durchschnittlich 16 Liter reinen Alkohol pro Person in den Hals geschüttet, waren es jetzt "nur" noch elf Liter und damit nur noch knapp über dem EU-Durchschnitt von zehn Litern.

Auch die Zahl der Raucher sank weiter: Von 24 Prozent im Jahr 2003 auf derzeit etwa 21 Prozent. Damit liegen die Deutschen sogar unter dem EU-Durchschnitt von 23 Prozent. Am gesundheitsbewusstesten sind zumindest der Studie nach die Schweden: Sie konsumieren nur durchschnittlich sieben Liter Alkohol jährlich und nur 14% der Bevölkerung raucht mindestens einmal am Tag. Allerdings macht die Studie nicht deutlich, ob damit auch der in Schweden so beliebte selbstgebrannte Obstschnaps erfasst ist, mit dem die Einwohner die horrenden Preise in den staatlichen Monopolläden umgehen und der nicht minder beliebte Kautabak "Snus". Es ist also alles relativ.

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