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Fettleibigkeit - Medikamente zum Abnehmen im Vergleich

Veröffentlicht in Ernährung & Fitness 01 Dez, 2015

Ob eine Behandlung von Fettleibigkeit mit Medikamenten sinnvoll ist, entscheiden verschiedene Faktoren. Der Body Mass Index (BMI) und die Fett-Verteilung im Körper geben Aufschluss, ob ein Mensch übergewichtig ist und ggf. mit Hilfe von Medikamenten abnehmen sollte oder nicht. BMI-Werte zwischen 18,5 und 25 sind normal und bedürfen aus medizinischer Sicht keiner Regulation. Liegt der BMI jedoch zwischen 25 und 30, sollte der Betroffene abnehmen, um Folgeerkrankungen wie zum Beispiel Diabetes, Bluthochdruck oder Herz-Kreislauferkrankungen zu vermeiden.

Medikamente gegen Fettleibigkeit

Zu allererst sollten von Fettleibigkeit Betroffene versuchen, Gewicht durch eine Umstellung der Lebensweise, sprich Nahrungsumstellung und Erhöhung der sportlichen Aktivität zu verlieren. Gelingt dies nicht und liegt der BMI bei über 28, dann kann nach Rücksprache mit dem Arzt eine Behandlung von Fettleibigkeit mit Medikamenten wie beispielsweise Xenical in Betracht gezogen werden.

Arten der Behandlung von Fettleibigkeit mit Medikamenten

Erst wenn das konventionelle Abnehmen nicht zum Erfolg geführt hat oder der BMI bereits über 28 liegt, kann der zusätzliche Einsatz von Medikamenten sinnvoll sein. Für Patienten mit Grunderkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes ist die Therapie gegen Fettleibigkeit mit Medikamenten bereits ab BMI-Werten von 27 sinnvoll. Trotz Medikamenten ist die Umstellung der Lebensweise allerdings ein Muss. Die medikamentöse Behandlung sollte unbedingt in Zusammenarbeit mit dem Arzt erfolgen.

Es gibt verschiedene Medikamente zur Behandlung von Fettleibigkeit, die auf unterschiedlichen Wirkungen basieren. Das sind:

  • Appetitzügler, unterdrücken das Hungergefühl im Gehirn
  • Fettblocker, verhindern die Aufnahme von Fett
  • Quellstoffe, fördern das Sättigungsgefühl im Magen

Fettleibigkeits Medikamente die Sie vermeiden sollten

Ärzte raten von sogenannten Wundermitteln ab, die mit besonders extremen Abnehmerfolgen werben und meist so gut wie keine Wirkung haben. Diese Mittel sind aufgrund ihrer nicht-medizinischen Wirkung, und da sie deshalb nicht als Medikamente klassifiziert sind, fast überall erhältlich.


Fettleibigkeits Medikamente mit Apothekenpflicht

Es gibt einige Medikamente, die ohne Rezept in der Apotheke erhältlich sind.

Die beiden meistverkauften sind alli und Formoline L112:

  • alli ist das erste rezeptfreie Arzneimittel zur Gewichtsabnahme, das eine EU-Zulassung erhalten hat. Es wirkt ausschließlich auf natürliche Prozesse im Verdauungssystem. Ein Teil des mit der Nahrung aufgenommenen Fettes wird nicht vom Körper verdaut.
  • Die Einnahme von Formoline L112 soll die Fettaufnahme durch die Nahrung verringern und damit das Übergewicht bekämpfen oder das Gewicht halten. Der Hauptwirkstoff ist ein Faserstoff, der die Eigenschaft hat, Fett zu binden. Das gebundene Fett wird mit den Faserstoffen ausgeschieden und kann nicht in den Fettdepots eingelagert werden.

Fettleibigkeits Medikamente – die Behandlung online anfordern

Momentan ist Xenical mit dem Wirkstoff Orlistat das einzige erhältliche Medikament gegen Adipositas, das von Ärzten verschrieben wird. Auf 121doc können Patienten eine Behandlung mit Xenical anfordern, wofür eine Online-Konsultation mit Fragen zur allgemeinen Gesundheit und Details zur spezifischen Kondition vervollständigt werden muss. Unser Arzt überprüft anschließend diese Angaben. Ist die individuelle Eignung für die Einnahme von Xenical gewährleistet, stell der Arzt ein Rezept aus und das Medikament wird von unserer registrierten Versandapotheke mit Sitz in London verschickt. Unsere Patienten in Europa erhalten das Medikament via UPS innerhalb von 24 Stunden.

Eine Behandlung mit Reductil kann bei 121doc nicht mehr angefordert werden. Dies ist eine Folge der letzten Empfehlung (Juni 2010) der europäischen Gesundheitsagentur (EMA).

Wenn Sie zurzeit Reductil einnehmen, können Sie die Einnahme ohne Bedenken jederzeit absetzen. Sollten weitere Bedenken bezüglich der Behandlung zur Gewichtsreduzierung bestehenkontaktieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Xenical ® ist die einzige Behandlung, die derzeit von Ärzten zur Gewichtsreduktion verschrieben werden kann.

Warum galt Reductil ursprünglich als effektiv?

Sibutramin wurde als Appetitzügler bei ernährungsbedingter Fettleibigkeit oder Adipositas angewendet. Es war erhältlich als Reductil 15mg und 10mg und enthält den Wirkstoff Sibutramin. Für gewöhlich haben Patienten eine Tablette täglich mit viel Wasser eingenommen.

Auf welche Weise hat Reductil gewirkt?

Sibutramin ist ein Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer: Es blockiert Transportstoffe, die Serotonin und Noradrenalin nach erfolgter Signalübertragung zwischen den Nervenzellen wieder in ihre Speicherplätze zurückbefördern. Dies förderte ein anhaltendes Sättigungsgefühl, wodurch weniger Nahrung eingenommen wurde.

Zu starke Nebenwirkungen von Reductil

Reductil wurde aufgrund starker Nebenwirkungen vom europäischen Medikamentenmarkt genommen. Bei der Einnahme von Reductil 15mg und 10mg kam es unter anderem zu folgenden Nebenwirkungen:

  • Übelkeit
  • Kopfschmerzen
  • Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Erbrechen
  • Schwindel
  • Mundtrockenheit und Beeinträchtigungen des Geschmackssinns
  • Schlaflosigkeit
  • Angstgefühl
  • Herzrhythmusstörung mit erhöhtem Puls
  • Bluthochdruck
  • Empfindungsstörungen mit Brennen oder Taubheitheitsgefühlen in manchen Körperteilen

Welche zusätzlichen Wechselwirkungen durch Reductil gab es?

Es wurde davon abgeraten, Reductil 15mg und 10mg mit anderen Arzneimitteln einzunehmen, die den Blutdruck und die Herzfrequenz erhöhen können (u.a. bestimmte Arzneimittel gegen Husten, Erkältung und Allergien sowie bestimmte Arzneimittel zur Abschwellung).

Reductil konnte die Wirkung weiterer Medikamente verstärken bzw. abschwächen oder selbst verstärkt bzw. abgeschwächt werden.

Nicht mehr als Medikament gegen Fettleibigkeit erhältlich

Als Folge der Empfehlung der europäischen Gesundheitsagentur (EMA) im Juni 2010 ist Reductil mehr als Medikament gegen Fettleibigkeit erhältlich.

Contrave – Fettleibigkeit Medikamente

Das Diätmittel Contrave wurde vom amerikanischen Pharmaunternehmen Orexigen Therapeutics entwickelt und basiert auf den Wirkstoffen Naltrexon und Bupropion, mit denen Übergewicht und Adipositas wirksam bekämpft werden sollen.

Die FDA (Food and Drug Administration) verlangt allerdings Langzeitstudien vor der Zulassung des Medikamentes, weshalb der Hersteller die Vermarktung zunächst außerhalb der USA anstrebt.

Wirkungsweise von Contrave

Die Diätwirkung von Contrave entdeckten Ärzte und Patienten bei der Einnahme des Antidepressivums Bupropion, das auch bei Rauchertherapien eingesetzt wurde. Anwender berichteten von nachlassendem Appetit innerhalb der ersten Woche nach der Ersteinnahme, was den Pharmahersteller Orexigen Therapeutics bewog, einen Einsatz innerhalb einer Abnehm-Pille zu erforschen.

Als Antidepressivum wird Bupropion inzwischen nur noch selten verschrieben, es gibt neuere Mittel. Auch Naltrexon kommt aus einem anderen pharmakologischen Bereich, nämlich dem Entzug harter Drogen wie Heroin, Alkohol, Kokain und Morphin. Das Mittel dämpft die Entzugserscheinungen und hemmt ebenso den Appetit.

Bupropion senkt selektiv die Aufnahme von Dopamin und Noradrenalin, Naltrexon wirkt als Opioidantagonist. Durch die Einnahme von Contrave wird die Ausschüttung von denjenigen Botenstoffen unterdrückt, die für verstärkten Appetit zuständig sind. Diese Wirkung fällt so nachhaltig und langfristig aus, dass die Personen auch ohne größere Aktivität effektiv abnehmen, weil sie signifikant weniger essen.

Für die Bekämpfung von Adipositas schien Contrave ein angebrachtes Mittel zu sein. Studienteilnehmer nahmen innerhalb eines halben Jahres zwischen 9 bis 15 Prozent ihres Körpergewichtes ab.

Zulassungsprobleme um Contrave

Die Zulassung von Contrave ist bislang nicht erfolgt, die FDA verlangte nach mehrfachem Antrag auf Zulassung zuletzt im Sommer 2011 Langzeitstudien vom Hersteller Orexigen. /p>

Das Unternehmen verzichtete daraufhin vorläufig auf die Marktzulassung in den USA und versucht das Mittel in anderen Regionen der Welt zu vertreiben. Allerdings steht auch die europäische Zulassung noch aus, obgleich Pharma-Experten wie Ärzte das Mittel empfehlen. Das Pharmaunternehmen äußerte sich Mitte 2011 in einem Statement zum Zulassungsverfahren der FDA und übte teils deutliche Kritik an den Anforderungen der Behörde.

Auch seien mehrere von der FDA verlangte Studien undurchführbar. Die Entscheidung der FDA hatte sich nach dem ersten vielversprechenden Verfahren im Jahr 2010 angedeutet. Zunächst hatten Patienten, Ärzte und Unternehmen mit ziemlich viel Zuversicht auf die Zulassung der Wunderpille gehofft. Die FDA unterbrach den Vorgang jedoch zunächst, verlangte Langzeitstudien und schrieb schließlich im Februar 2011 an Orexigen, dass eine Zulassung hinsichtlich möglicher Herz-Kreislauf-Risiken nicht sicher sei und neue Daten benötigt werden.

Den letzten Anlauf startete Orexigen im April 2011 und gab dann auf. Auch die Fachwelt schüttelte den Kopf, denn die Gutachter, von denen sich die FDA beraten lässt, hatten mit 13 zu 7 Stimmen für das Medikament plädiert.

Studien zu Contrave

Entgegen der FDA-Auffassung von Herz-Kreislauf-Risiken durch Contrave hatte Orexigen in vier Placebo-kontrollierten, mindestens einjährigen Studien mit 3.200 adipösen Patienten nachgewiesen, dass Contrave genauso wirksam wie ungefährlich ist.

Die Patienten wiesen durchweg noch mindestens eine weitere Krankheit auf, häufig Diabetes und Depressionen. Über 30 Prozent der Patienten verloren mindestens fünf Prozent Körpergewicht, was als Benchmark der FDA für die Zulassung eines Diätmedikamentes gilt.
Teilweise wurde sehr viel mehr (bis 15 Prozent) an Gewicht verloren.

Die Prüfer der amerikanischen Gesundheitsbehörde registrierten einen anderen Fakt: Bei vielen Patienten konnte ein erhöhter Blutdruck nachgewiesen werden, ein Effekt, der schon für viele Diätpillen die Zulassung verhindert hatte. Das Pharmaunternehmen Orexigen schlug daraufhin der FDA vor, die Risiken nicht nur auf den Packungen zu vermerken, sondern das Medikament rezeptpflichtig von vornherein nur an Personen verschreiben zu lassen, bei denen kein Herz-Kreislauf-Risiko bekannt ist. Orexigen schlug eine Studie mit bis zu 15.000 Teilnehmern vor, das genügte der FDA jedoch nicht.

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Belviq ein Medikament zum Abnehmen

Belviq ist der Handelsname, unter dem der Wirkstoff Lorcaserin Hydrochlorid seit Sommer 2012 auf dem Markt ist. Nach kontroverser Diskussion und langjähriger Forschung hat die amerikanische FDA das Mittel im Juli 2012 in den USA zugelassen, in Europa steht die Zulassung aus.

Belviq soll nur zusammen mit Bewegung und gesunder Ernährung das Gewicht reduzieren, es wirkt als Appetitzügler. In den USA wird das Mittel bislang von Ärzten an adipöse Patienten mit einem BMI über 30 oder über 27 bei weiteren gefährlichen Krankheiten wie Diabetes oder Hypertonie verschrieben.

Anwendung von Belviq

Hersteller Arena Phamaceuticals und Lizenznehmer und Vertreiber Eisai (Japan) haben gemeinsam empfohlen, die 10mg Tabletten zweimal täglich einzunehmen. Damit wäre ein neuer, auf die Serotonin-Rezeptoren wirkender Appetitzügler auf dem Markt, den es schon lange nicht mehr in dieser Form gibt.

Die FDA hatte seit 1999 kein Mittel mehr zugelassen, nachdem Vorläufer von Belviq so gefährliche Nebenwirkungen aufwiesen, dass sie ganz vom Markt verschwanden. Solche Risiken werden bei Belviq nicht vermutet, dennoch warten EU-Kommission und nationale Gesundheitsbehörden europäischer Staaten auf die Langzeitstudien, zu denen das japanische Pharmaunternehmen Eisai durch die FDA verpflichtet wurde.

Akute Nebenwirkungen ehemaliger Appetitzügler

Immerhin musste Belviq eine große Hürde nehmen, denn 13 Jahre lang wurden von der FDA alle Zulassungsanträge abgelehnt, nachdem es in den 1990er Jahren zu schwerwiegenden Vorfällen mit Schlankmachern gekommen war.

Der Appetitzügler Phentermin, dem 1997 die Zulassung entzogen wurde, hatte zu Herzklappenfehlern mit einigen Todesfällen geführt. Wenig später versuchte Sanofi-Aventis den Schlankmacher Acomplia zu vermarkten, scheiterte jedoch an der FDA und musste ihn auch in Europa vom Markt nehmen. Die Patienten klagte über Depressionen, Angstgefühle und Suizidabsichten, einige Anwender versuchten sich das Leben zu nehmen.

Zukunft von Belviq in Europa noch ungewiss

Der Pharmakonzern Merck stellte Anfang der 2000er Jahre die Entwicklung einer Diätpille ein. Daher ist die Zulassung von Belviq nicht so sehr verwunderlich, wie es auf den ersten Blick scheint - es gibt einfach weltweit keinen akzeptierten Appetitzügler. Selbst der bislang eher mäßige Abnehmeffekt zwischen 3,5 bis 5 Prozent wird daher toleriert, wenngleich die FDA für eine dauerhafte Zulassung die Überschreitung der 5-Prozent-Marke beim Abnehmen zur Voraussetzung macht.

Intention von Belviq

Die FDA stand unter Druck, wieder einen Appetitzügler zuzulassen, da sich das Phänomen der Übergewichtigkeit in den USA als gesellschaftliches, gesundheitspolitisches und damit finanzielles Problem manifestiert hat. Die Kosten werden nur in den USA auf jährlich 190 Milliarden Dollar geschätzt, da kommt faktisch jedes Mittel recht, wenn es gesundheitlich zu vertreten ist. Und das ist bei Belviq wohl der Fall, bis auf Kopfschmerzen und Übelkeit, gegebenenfalls etwas Schwindel traten keine Nebenwirkungen während der letzten einjährigen Studie auf.

Die Intention, wieder eine Diätpille zu verschreiben, kam vorwiegend von den amerikanischen Ärzten, die bei ihren adipösen Patienten keinen großen Willen zur gesunden Ernährung plus Bewegung verzeichnen. Daher erhalten Menschen mit einem BMI über 30 jetzt auf ärztliches Rezept Belviq, sollten sie Diabetes- oder Hypertonie-Patienten sein, genügt ein BMI von 27.

Wirkungsweise von Belviq

Belviq blockiert die Hungersignale durch eine Hemmung der Ausschüttung bestimmter Peptide, gleichzeitig aktiviert das Mittel die Aufnahme von 5-HTP an den entsprechenden Rezeptoren. Hierbei handelt es sich um ein Serotonin, das als Glückshormon bekannt ist, es signalisiert Zufriedenheit und im Fall der Nahrungsaufnahme die Sättigung bei nachlassendem Appetit.

Vermutet wird schon länger, das adipöse Personen ihren Heißhunger einem zu niedrigen Serotoninspiegel verdanken beziehungsweise der mangelnden Aufnahmefähigkeit des Gehirns für den Botenstoff. Genau da setzt Belviq an, es bewirkt die bessere Aufnahme von 5-HTP durch das Gehirn.

Inwieweit das funktioniert, müssen Arena Pharmaceuticals und Eisai jetzt testen, die FDA hat sechs Studien für die kommenden Monate angeordnet. Eine Langzeitstudie wird sich speziell mit den Risiken für Herzinfarkte und/oder Schlaganfälle befassen. Die Zulassungsbehörden in Europa werden diese Studien vermutlich abwarten, bevor eine Zulassung auch hier in Betracht gezogen wird.



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Lorcaserin – der Wirkstoff in Belviq

Lorcaserin ist der aktive Wirkstoff des Appetitzüglers Belviq.

Mittels Lorcaserin beziehungsweise Belviq wird der Appetit nachhaltig über diejenigen Rezeptoren gebremst, die im Gehirn ein Verlangen nach Speisen - auch nach bestimmten Speisen - auslösen.

Der Prozess läuft dabei folgendermaßen ab: Es gibt in unserem Körper 5-HT2C-Rezeptoren, an denen der Serotonin-Botenstoff 5-HT andockt, der nach dem Essen signalisiert, dass bestimmte Nährstoffe zur Genüge zugeführt wurden. Die Aktivierung der 5-HT2C-Rezeptoren erfolgt selektiv, was eine Ausschüttung des Botenstoffes 5-HT am Rezeptor und damit ein Sättigungs- beziehungsweise Zufriedenheitsgefühl auslöst.

Im Hypothalamus beginnt infolgedessen das Proopiomelanocortin-System zu arbeiten, das den Appetit bremst, weil dem Gehirn suggeriert wird, der Mensch wäre satt. Appetitsteigernde Peptide werden wiederum nicht mehr ausgeschüttet. Die Stoffwechselwege, die den Appetit aufbauen (anabole Wege), werden von Lorcaserin gehemmt, die abbauenden (katabolen) Wege wiederum gefördert.

Das ist hinsichtlich der pharmakologischen Methodik nicht neu, Fenfluramin beispielsweise wirkt ebenso, verursacht jedoch antagonistische, also unvereinbar gegensätzliche Wirkungen an den 5-HT2B-Rezeptoren mit der wahrscheinlichen Folge von Herzklappenschäden und Hypertonie. Diese Wirkungen treten bei Lorcaserin nicht auf, wie in einer klinischen Studie nachgewiesen wurde.

Anwendung von Lorcaserin

Der in der Diätpille Belviq enthaltene Wirkstoff gelangt über den Magen-Darm-Trakt sehr schnell in den Kreislauf, weshalb die Wirkung innerhalb von Minuten einsetzt.

Nach der Verstoffwechselung bildet Lorcaserin ein Sulfamat, das die Nieren zu 90 Prozent ausscheiden, der Rest wird über den Darm abgebaut. Dieser Abbau dauert gemäßg der Plasmahalbwertzeit von Lorcaserin rund 10 Stunden, in dieser Phase lässt auch die Wirkung langsam nach. Hersteller von Lorcaserin ist das US-Unternehmen Arena Pharmaceuticals, der Vertrieb erfolgt zurzeit durch Arena Pharmaceuticals und das japanische Pharmaunternehmen Eisai in Kooperation.

Lorcaserin: Nebenwirkungen

In klinischen Studien wurden traten folgende Nebenwirkungen von Lorcaserin auf:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindelgefühlen
  • Übelkeit

Andere charakteristische und gefährliche Nebenwirkungen hingegen, die bei Arzneistoffen mit Beeinflussung des Serotoninhaushalts häufig zu beobachten sind, traten nicht auf. Dazu gehören beispielsweise Depressionen, Suizidabsichten sowie Angststörungen. Auch die oben beschriebenen Herzklappenstörungen löst Lorcaserin nach gegenwärtigem Erkenntnisstand (Herbst 2012) nicht aus.

Allerdings wurde in Tierexperimenten (mit Ratten) ein erhöhtes Krebsrisiko festgestellt, weshalb die FDA im Jahr 2010 das Mittel zunächst abgelehnt hatte. Der Hersteller Arena Pharmaceuticals forschte daraufhin weiter am Wirkstoff Lorcaserin, Lizenznehmer Eisai konnte schließlich 2012 die Bedenken der amerikanischen Gesundheitswächter so weit überwinden, dass das Mittel zugelassen wurde - immerhin der erste Appetitzügler nach 13 Jahren. Für die Zulassung hatten 18, gegen die Zulassung 4 der FDA-Gutachter gestimmt.

Die ärztliche Verschreibung ist in den USA indiziert, wenn der Patient einen BMI über 30 aufweist, es sei denn, es kommt mindestens ein weiterer Risikofaktor hinzu, nämlich:

  • Diabetes Typ II
  • Hypertonie
  • Hypercholesterinämie

Tritt einer dieser Risikofaktoren zusätzlich zur Fettleibigkeit auf, genügt für die Verschreibung von Lorcaserin ein BMI von 27.

Die Wirkung fällt nicht exorbitant aus, es sind bislang Gewichtsreduktionen zwischen drei und fünf Prozent zu erwarten. Eine Auflage der FDA war allerdings, dass sich dieser Wert noch steigern muss. Dass die Zulassung dennoch erfolgte, hängt mit der weitverbreiteten Fettleibigkeit in der US-Bevölkerung zusammen. Zudem existiert derzeit weder in den USA noch sonst irgendwo auf der Welt ein von den Patienten allgemein akzeptierter Appetitzügler.

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Acomplia ist ein Medikament zur Bekämpfung der Fettleibigkeit, von dessen Einnahme die Europäische Arzneimittelagentur seit 2008 aufgrund der ungewissen Risiken abrät.

Acomplia wurde eigentlich zur Raucherentwöhnung entwickelt. Allerdings wurde eine Zulassung in der EU für diesen Zweck abgelehnt, da Studien keine ausreichende Wirkung gegen die Nikotinsucht feststellen konnten. Acomplia hat allerding auch eine appetithemmende Wirkung auf den Menschen, weshalb das Medikament 2007 in der EU zur Bekämpfung von Fettleibigkeit zugelassen wurde.

Acomplia – zur Neubewertung der Daten

Die Europäische Arzneimittelagentur empfahl allerding bereits 2008 die Zulassung vorerst ruhen zu lassen, da die Risiken von Rimonabant noch nicht genau erforscht seien und die Wirkung neu bewertet werden muss.

Neue Studien ergaben ein starkes Risiko für ernste psychiatrische Nebenwirkungen, wie beispielsweise ein erhöhtes Suizidrisiko. Weitere Studien zeigten außerdem eine geringere appetithemmende Wirkung an, als zu Beginn noch angenommen. Das Herstellerunternehmen Safoni-Aventis hat den Zulassungsantrag bereits zurückgezogen und das Medikament vom Markt genommen.

Eine endgültige Entscheidung zu Acomplia steht noch aus, allerdings wird in der Zwischenzeit von Verschreibungen abgeraten.

Was waren die Nebenwirkungen von Acomplia Rimonabant?

Es gibt kein Medikament ohne Nebenwirkungen. Allerdings überstiegen die Risiken von Acomplia den Nutzen des Medikaments deutlich. Zu den kleineren Nebenwirkungen zählen Übelkeit, Schwindel, Durchfall, Erbrechen, Hypoglykämie, Angst und Stimmungsschwankungen.

Was sind die Risiken von Acomplia?

Klinischen Studien zu Acomplia Rimonabant zeigten bestimmte depressive Erkrankungen oder Stimmungsschwankungen. Bis zu 10% der Patienten, die Acomplia eingenommen haben, hatten depressive Störungen. Acomplia (Rimonabant) verursachte auch Selbstmordgedanken in 1% der Patienten.

Wie hat Acomplia gewirkt?

Acomplia arbeitete direkt auf den Drang oder das Verlangen mehr zu essen. Dies wurde durch die Arbeit auf das Endocannabinoid-System, ein System, die Energiebilanz, Glukose- und Fettstoffwechsel und Körpergewicht beeinflusst. Die Hinderung von bestimmten Rezeptoren im Gehirn führte dazu, dass die Patienten das Gefühl der Sättigung erlebten und weniger essen wollten als normal.

Besonders Personen die unter depressiven Erkrankung litten oder sich in einer Behandlung mit Antidepressiva befanden, wurde stark von der Einnahme von Acomplia abgeraten. Dies zeigt bereits den enormen Einfluss, des das Medikament auf die menschliche Psyche haben kann.

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Qnexa – Fettleibigkeits Medikament

Qnexa ist ein Diätmedikament, das die FDA (Food and Drug Administration) nach langer Forschung im Sommer 2012 zuließ, nachdem mehrere Gutachter sich für das Präparat ausgesprochen hatten. Im Jahr 2010 hatten externe Gutachter noch abgeraten.

In Qnexa wirken Topiramat und Phentermin, das seine Zulassung schon 1959 erhielt.

Wirkungsweise von Qnexa

Der US-amerikanische Pharmakonzern Vivus Inc. konnte die Gutachter im Frühjahr 2012 davon überzeugen, dass Qnexa das Körpergewicht deutlich reduziert. In mehreren Vergleichsstudien war eine Gewichtsabnahme von durchschnittlich 10 Prozent gemessen worden, ebenfalls wirkte sich Qnexa günstig auf die Lipidparameter aus, genauso wie auf die Anlagerung oder den Abbau von Körperfett.

Zudem scheint Qnexa eine kardioprotektive Wirkung aufzuweisen, also die Herzkranzgefäße eher zu schützen als sie zu beschädigen, wie das bei anderen Diätpillen der Fall war. Da Adipositas in den USA ein sehr großes gesundheitliches, finanzielles und gesellschaftliches Problem darstellt, geht die FDA bei der Zulassung neuer Mittel in jüngster Zeit eher liberal vor. Das einzige bis Anfang 2012 zugelassene Mittel war Xenical mit dem Wirkstoff Orlistat, das gegen Fettleibigkeit verordnet wird.

Von Qnexa erwarten Ärzte und Pharmahersteller, dass einige der drängendsten Probleme im Zusammenhang mit Fettleibigkeit angegangen werden, darunter Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, obstruktive Schlafapnoe und ein Verlust an Lebensqualität.

Die Wirkungsweise von Qnexa basiert auf der kontrollierten Freisetzung der niedrig dosierten Stoffe Phentermin und Topiramat. Diese Mittel senken den Appetit und erhöhen das Sättigungsgefühl über Serotonin-Rezeptoren, was als essenziell zur Beeinflussung des Essverhaltens gilt.

Patienten verloren nach der Einnahme von Qnexa nicht nur deutlich an Gewicht, sie wiesen auch bessere glykämische Werte auf und senkten ihre kardiovaskulären Risikofaktoren. Dabei wurde in den Studien Qnexa stets in Verbindung mit einer sonstigen fett- und kohlehydratarmen Diät sowie mehr Bewegung eingenommen. Ärzte weisen darauf hin, dass der Effekt durch diese Kombination erzielt wurde.

Zulassungsverfahren für Qnexa

Das Diätmittel Qnexa, das möglicherweise auch unter dem Handelsnamen Qsymia vertrieben werden könnte, senkt nachweislich den Blutdruck und die Cholesterinwerte und wirkt sich bei Diabetikern positiv aus. Die Amphetamin-Stimulans der Phentermine wurde der FDA schon im Februar 2012 zur Zulassung empfohlen, weil hiermit Adipositas wohl nachhaltig zu bekämpfen ist.

Im Frühjahr und zeitigen Sommer wurden kardiovaskuläre Risiken und die Eignung für werdende Mütter überprüft, die Genehmigung durch die FDA erfolgte am 17.07.2012, wobei ausdrücklich eine Kombination von Qnexa, kalorienreduzierter Diät und Sport verordnet werden soll.

Einhergehen muss die Anwendung von Qnexa mit permanenter Gewichtskontrolle. Die größten Bedenken hinsichtlich der Zulassung hatte der Bestandteil Phentermin hervorgerufen, der in den 1990er Jahren als Teil der Fen-Phen-Diät zu Herzklappenfehlern mit einigen Todesfällen geführt hatte. Im Jahr 2012 geht man davon aus, dass ein anderer Fen-Phen-Wirkstoff hierfür ursächlich war, das Fenfluramin. Dieses wird in Qnexa nun durch Topiramat ersetzt, ein Anti-Epileptikum mit dem Nebeneffekt der Gewichtsabnahme.

Nebenwirkungen von Qnexa und Zulassung in Europa

Wie bei anderen neu entwickelten Diätpillen wird die EU-Kommission auch bei Qnexa auf weitere US-Studien warten, denn der Wirkstoff Topiramat hat Nebenwirkungen, die bei einer Anwendung gegen Epilepsie hinnehmbar wären, bei einer Abnehm-Pille möglicherweise nicht. Das liegt daran, dass der Einsatz von Diätpillen durch die Anwender nur schwer einzuschränken ist, während ein Epilepsie-Medikament entweder strikt dosiert oder überhaupt nur bei Anfällen verabreicht wird.

Beim Einsatz als Diätmedikament werden eine höhere Selbstmordneigung und außerdem die Teratogenität befürchtet, also Fehlbildungen von Ungeborenen unter anderem in Bezug auf die Bildung von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten.

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