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Zulassung für neues Asthma Medikament?

Veröffentlicht in Atemwege & Rauchen 15 Jul, 2015

Patienten mit schwerem Asthma könnten in naher Zukunft mit einem neuartigen Medikament aus den USA behandelt werden, welches aggressive Entzündungszellen in den Lungen gezielt beseitigt. Studien konnten sehr positive Ergebnisse aufzeigen, eine Entscheidung zur Zulassung gibt es im Moment allerdings noch nicht.

Die wichtigsten Eigenschaften des neuen Präparates


Mepolizumab wurde von GlaxoSmithKline (GSK) entwickelt und kann volljährigen Patienten mit eosinophilem Asthma alle vier Wochen unter die Haut injiziert werden, wobei in der Regel eine Dosierung von 100mg zum Einsatz kommen soll. Es handelt sich bei diesem Therapieprinzip um eine Möglichkeit Entzündungszellen in den Lungen, die für schwere Symptome verantwortlich sind, durch den Einsatz von monoklonalen Antikörpern gezielt zu bekämpfen. Ziel der Forschung war es vor allem ein Medikament für Erwachsene mit schwer behandelbaren Ausprägungen der Lungenerkrankung zu entwickeln um ihnen zu helfen die Beschwerden mit einer neuartigen Methode effektiv zu lindern.

Wie es für verschreibungspflichtige Medikamente vorgesehen ist, durchläuft Mepolizumab derzeit ein komplexes Zulassungsverfahren, dem umfassende medizinische Studien vorangegangen sind. Im Jahr 2012 beispielsweise nahmen 1.500 Probanden an einer Untersuchung mit dem neuen Biotech-Präparat teil. Das Ergebnis zeigte, dass sich die akuten Verschlechterungen bei etwa der Hälfte der Teilnehmer im Alltag deutlich minderten. Im nächsten Schritt wurde das Medikament zur Zulassung durch die EU-Arzneimittelagentur EMA angemeldet, wobei die Entscheidung bisher noch ausbleibt. Da das Medikament vor allem Patienten helfen soll, denen bisher nur sehr wenige Therapiewege offen standen, könnte Mepolizumab einen bedeutenden Fortschritt in der Asthma Therapie darstellen.

So wird Asthma üblicherweise behandelt


Bei der herkömmlichen Asthma Therapie unterscheidet man grundsätzlich zwischen präventiven Medikamenten (Controller) und Präparaten zur Linderung von akuten Symptomen (Reliever). Reliever, wie beispielsweise Salbutamol Ventolin, sorgen bei akuten Beschwerden dafür, dass die Symptome schnell gelindert werden, indem sie Schwellungen in den Lungen mindern und es Patienten so ermöglichen wieder gesund atmen zu können.

Controller (z.B. Pulmicort) kommen hingegen regelmäßig zum Einsatz und sind darauf ausgerichtet dauerhaft beruhigend und entzündungshemmend auf die Lungen zu wirken. Bei der richtigen Anwendung sorgen Controller dafür, dass es deutlich seltener zu akuten Asthma Anfällen kommt. Je nach Ausprägung der Symptome kann es bei einigen Patienten auch sinnvoll sein beide Therapie Ansätze zu verbinden.

Was genau ist eosinophiles Asthma?


Bei eosinophilem Asthma handelt es sich um eine Sonderform der Lungenerkrankung, an der die meisten Patienten erst im späteren Verlauf ihres Lebens erkranken. Typisch sind besonders stark ausgeprägte Symptome mit häufigen Exazerbationen. Patienten erleben daher im Alltag einen häufigen Wechsel zwischen starken Beschwerden und milden bis symptomfreien Zeiten.

Viele Patienten mit eosinophilem Asthma, erleben eine starke Blockade der Nasennebenhöhlen, die dazu führt, dass das Hör- und Riechvermögen stark eingeschränkt ist. Bei der Diagnose dieser Asthma-Form wird die Eosinophilen-Zahl pro Mikroliter Blut gemessen, wobei einheitliche Grenzwerte derzeit noch nicht definiert worden sind. Wie es zur Erhöhung der Eosinophilen-Zahl kommt, wurde erst kürzlich entdeckt, das Diagnose-Spektrum der Atemwegserkrankungen wird daher ständig weiterentwickelt.

Einige Patienten mit eosinophilem Asthma leiden zwar auch an Allergien, diese sind für den Krankheitsverlauf allerdings nicht relevant. Sind Allergien der tatsächliche Auslöser der Lungenerkrankung, dann spricht man nämlich von allergischem Asthma, welches durch spezifisches Immunglobulin E (IgE) im Blut des Patienten nachgewiesen werden kann.

Zahlen und Fakten zur Verbreitung von Asthma in der Bundesrepublik


Asthma gilt aufgrund seiner weiten Verbreitung heute bereits als Volkskrankheit. In Deutschland sind insgesamt etwa acht Millionen Patienten betroffen, weltweit sind es nach Schätzungen mehr als 235 Millionen.

Experten haben beobachtet, dass die Anzahl der Erkrankungen in den letzten 20 Jahren stark zugenommen hat, die möglichen Ursachen für dieses Phänomen konnten allerdings noch nicht eindeutig geklärt werden. Interessant ist darüber hinaus auch, wie sich die Erkrankung auf Geschlechter- und Altersgruppen verteilen. So sind in Deutschland etwa 10% aller Kinder unter 15 Jahren betroffen, wobei die Krankheit in etwa 70% der Fälle schon vor dem 5. Lebensjahr ausbricht. Obwohl Asthma Bronchiale als nicht heilbar gilt, lassen sich die Symptome in den meisten Fällen gut behandeln. Außerdem lässt sich beobachten, dass die Erkrankung bei Kindern um das siebte Lebensjahr herum oder während der Pubertät in vielen Fällen wieder verschwindet.

Betrachtet man das Aufkommen von Asthma in den beiden Geschlechtergruppen, dann ist auffällig, dass im Erwachsenenalter mehr Frauen als Männer erkranken, es bei Kindern allerdings mehr Jungen als Mädchen betrifft. Auch für diese Entwicklung gibt es derzeit noch keine eindeutigen Erklärungen.

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