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Irland verbietet Logos auf Zigarettenschachteln

Veröffentlicht in Atemwege & Rauchen 13 Mär, 2015

Rauchen gefährdet natürlich nicht nur die eigene Gesundheit, sondern auch die Staatskasse. Gesundheitsbehörden und Regierungen überall beschäftigen sich daher mit der Frage, wie man mehr Menschen dazu bewegen kann, den Glimmstengel aufzugeben. Irland geht in diesem Bereich nun ganz neue Wege und verbietet Markenlogos auf Zigarettenschachteln ganz und gar. Bereits im Jahr 2004 verbot die irische Regierung als Erste auf der Welt das Rauchen am Arbeitsplatz – man kann also sagen, dass die Iren in diesem Bereich besonders ehrgeizig sind.

Warum überhaupt ein Verbot?


Immer weniger Menschen rauchen, nicht zuletzt wahrscheinlich, weil die gesundheitlichen Risiken durch Langzeitstudien immer bekannter geworden sind und viele Smartphone-Nutzer sich lieber mit ihrem Telefon beschäftigen als sich eine Zigarette anzustecken. Dennoch ist es natürlich im Interesse jeder Regierung die Raucherzahlen weiter zu senken, schließlich kosten die zahlreichen Folgeerkrankungen, wie beispielsweise Schlaganfälle oder Herzinfarkte, das Gesundheitssystem unglaublich viel Geld. Bis zum Jahr 2015 hat Irland sich daher vorgenommen, "komplett" rauchfrei zu werden. Konkret ist das Ziel, dass nur noch weniger als 5% der Iren rauchen.

Wie sieht das Verbot in der Praxis aus?


Von nun an dürfen Zigaretten in Irland nicht mehr in Verpackungen mit Markennamen oder Logos verkauft werden. Stattdessen werden auf den Schachteln abschreckende Bilder und Warnhinweise gedruckt, während der Markenname nur noch klein in einer Standard-Schrift genannt wird.

Von Seiten der EU wurde nicht genau bestimmt, wie mit Fragen der Verpackung umgegangen werden soll. Es heißt in der Verordnung, dass es den Mitgliedsstaaten überlassen ist, ob sie Einheitsverpackungen einführen wollen oder andere, kleinere Maßnahmen zur Vereinheitlichung ergreifen möchten. Dies darf allerdings keine "verschleierte Beschränkung des Handels zwischen den Mitgliedsstaaten darstellen". Der Zigarettenverband in Berlin sieht Irlands Verbot von Logos auf Verpackungen als Verstoß gegen die jeweiligen Markenrechte an, in die von den Tabakherstellern natürlich viel Geld investiert wurde. Mehrere Tabakkonzerne haben daher bereits angekündigt juristisch gegen das Verbot vorzugehen

Sind bei uns in Deutschland ähnliche Schritte denkbar?


Grundsätzlich bemüht sich natürlich auch das deutsche Gesundheitsministerium sehr darum, die Raucherentwöhnung weiter zu stärken. Aufgrund des Paragraphen 15 im Grundgesetz, welcher das Eigentumsrecht sichert, wäre ein komplettes Verbot von Markenlogos auf Zigarettenschachteln allerdings nicht möglich. Dennoch ist auch in Deutschland der Zigarettenkonsum in den Jahren 2000 bis 2013 um 40% gesunken – von 1700 Zigaretten pro Kopf und Jahr auf knapp 1000 Zigaretten pro Kopf und Jahr.

In Australien gibt es die einheitlichen Verpackungen bereits seit 2012 – der Konsum ist seit dem tatsächlich zurückgegangen. Auch in Deutschland, Neuseeland, Frankreich, Finnland und Norwegen wird derzeit an Plänen für das "Plain Packaging" gearbeitet. Ein steht jedoch Fest, für die Zigarettenkonzerne dürfte es in diesem Jahr kein fröhlicher St. Patricks Day werden.

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