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Asthma durch hohe Feinstaubbelastung der Luft

Veröffentlicht in Atemwege & Rauchen 09 Dez, 2015

Feinstaub kann, besonders in Großstädten, zu einem echten Problem werden – Tendenz steigend. Gerade Allergiker und Asthmatiker sollten sich daher umfassend über dieses Thema informieren und ihre Lungen so gut es geht schonen.

Wie wirkt sich die Feinstaubbelastung auf unsere Gesundheit aus?


Feinstaub kann, besonders in Großstädten, zu einem echten Problem werden – Tendenz steigend. Gerade Allergiker und Asthmatiker sollten sich daher umfassend über dieses Thema informieren und ihre Lungen so gut es geht schonen.

Was genau versteht man unter Feinstaub?


Feinstaub wird auch als PM (Englisch Particulate Matter) bezeichnet und besteht aus feinen Teilchen, die aufgrund ihrer Leichtigkeit nicht sofort zu Boden sinken, sondern in der Luft schweben. Nur bei bestimmten Wetterlagen wird Feinstaub für das menschliche Auge in einer Art Dunstglocke sichtbar. Gemessen wird Feinstaub in Mikrometern, also einem millionstel Meter. Als PM10 bezeichnet man daher Teilchen, die kleiner als zehn Mikrometer sind. In Europa gibt es strenge Richtlinien für Feinstaub – der PM10-Jahresmittelwert darf 40 Mikrogramm pro Kubikmeter nicht übersteigen, während der PM10-Tagesmittelwert 50 an maximal 35 Tagen pro Jahr übersteigen darf.


Statistik: Feinstaubbelastung in ausgewählten Großstädten Deutschlands im Jahr 2011 (Tage pro Jahr mit Grenzwertüberschreitungen*) | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Grundsätzlich kann man sagen, dass Feinstaub umso gefährlich ist, desto kleiner er ist da er so tiefer in die Lunge eindringen kann.

Wie entsteht die Feinstaubbelastung?


Es gibt vielfältige menschliche und natürliche Ursachen von Feinstaub. Im natürlichen Bereich können beispielsweise Bodenerosionen, Emissionen von Vulkanen oder Meeren oder Waldbrände für Feinstaub sorgen. Auch Bakterien, Pilze, Sporen und Algen können mit ihren Zellteilen für Feinstaub sorgen. Das Umweltbundesamt listet auf der menschlichen Verursacherseite vor allem den Straßenverkehr, Kraft- und Fernheizwerke, Landwirtschaft und Tierhaltungen, Öfen sowie Müllverbrennungsanlagen als Ursache für unsere Feinstaubbelastung.



Was sind die gesundheitlichen Folgen von Feinstaub in der Lunge?


Es ist bereits seit längerer Zeit wissenschaftlich nachweisbar, dass das Einatmen von Feinstaub die menschliche Gesundheit sehr belasten kann, gerade wenn Patienten bereits unter Asthma leiden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat mehrere Untersuchungen durchgeführt und stellte dabei fest, dass die Belastung in Großstädten grundsätzlich am größten ist.

Größere Partikel können von den Lungen leichter gefiltert und wieder ausgeschieden werden, kleinster Feinstaub gelangt allerdings schnell tief in die Lunge und kann beim Ausatmen nicht wieder aus dem Körper transportiert werden. So ist es möglich, dass sie über die Lungenbläschen in die Blutbahn geraten und sich dann weiter im Körper verteilen. Die menschliche Atmung hängt stark mit dem Herz-Kreislauf-System zusammen, beide Systeme können daher durch die gesundheitlichen Folgen von Feinstaub in Mitleidenschaft gezogen werden. In extremen Fällen können sogar Schädigungen des Hirns und des Zentralnervensystems erfolgen, so dass das Herzinfarktrisiko steigt.

Gerade für Kinder ist Feinstaub gefährlich, er kann das Lungenwachstum einschränken. Zudem reizt er die Schleimhäute der Atemwege, wodurch allergische Reaktionen ausgelöst werden können. Studien der Helmhotz Gemeinschaft zeigen, dass hierdurch wiederum Allergien und im Endeffekt auch Asthma begünstigt werden können. In einem solchen Fall spricht man von einem Etagenwechsel – kurzfristig auftretende Allergiereaktionen der Atemwege werden durch ständige Entzündungen zu chronischem, allergischen Asthma.

Statistiken und Untersuchungen zeigen, dass das Herzinfarktrisiko der Bevölkerung sinkt, wenn die Luftqualität sich verbessert. Die WHO zeigte außerdem, dass die Feinstaubbelastung in Deutschland in verkehrsreichen Gebieten die Lebenserwartung um etwa zehn Monate verkürzt. Kritisch ist dabei, dass nicht tageweise erhöhte Konzentrationen, sondern längerfristig erhöhte Werte am schädlichsten sind. Spezifische Krankheitssymptome werden allerdings nicht zwangsläufig erlebt, oftmals kommt es erst Jahre später zu Beschwerden.

Vermindern Umweltzonen die Feinstaubbelastung?


Umweltzonen in deutschen Großstädten regeln, dass in manchen Bereichen nur Autos mit Feinstaubplaketten verkehren dürfen. Auf diesen Plaketten ist ersichtlich, wie groß die verursachte Feinstaubbelastung durch das jeweilige Auto ist (man unterscheidet hier zwischen Rot, Gelb und Grün). Ob eine Umweltzone auch wirklich etwas bringt, hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab, es wird allerdings erwartet, dass eine Reduzierung des Jahresmittelwertes um bis zu 10% erreicht werden kann. Experten schätzen weiterhin, dass der Zeitraum, an denen die Höchstmenge für Feinstaub überschritten wird, um bis zu 20 Tage reduziert werden können.

Da Erkrankungen nur selten direkt auf die Feinstoffbelastung und ihre gesundheitlichen Folgen zurückzuführen sind, kann man natürlich nicht genau sagen wie sich die Maßnahmen auf den Einzelnen und unser Gesundheitssystem im Ganzen auswirken werden. Klar ist allerdings, dass es sich um ein wichtiges Thema handelt, mit dem sich wirklich jeder auseinandersetzen sollte.

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