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Asthma Berufskrankheiten - wenn die Arbeit krank macht

Veröffentlicht in Atemwege & Rauchen 04 Mai, 2015

Vielen ist bekannt, dass Asthma durch Stoffe aus der Umwelt ausgelöst werden kann. Doch nur wenige sind sich bewusst, dass bestimmte Berufsgruppen besonders gefährdet sind. Wir haben die wichtigsten Informationen zu Bäckerasthma und Co. zusammengefasst.

Was genau ist eigentlich Bäckerasthma und welche Berufskrankheiten gibt es noch?


Mit über 3200 bestätigten Fällen in den Jahren 1994-1998 gehört Bäckerasthma zu einer der häufigsten Berufskrankheiten überhaupt. Die Diagnose ist natürlich für viele ein Schock, schließlich geht es nicht nur um unangenehme Beschwerden im Alltag, sondern auch um die Erwerbsgrundlage. Früher mussten Betroffene ihren Beruf ganz aufgeben, heute ist es dank moderner Medikamente und strenger Vorsichtsmaßnahmen allerdings dennoch möglich weiter zu backen.

So entsteht Bäckerasthma


Insgesamt kommt es bei etwa 4% der praktizierenden Bäcker zu einer allergischen Rhinitis auf Mehl. Wie bei allen anderen Allergien auch wird erwartet, dass die Tendenz weiter steigt. Experten rechnen beispielsweise damit, dass bis zum Jahr 2030 etwa 40% der Menschen an Heuschnupfen leiden. Bleiben derartige Allergien auf Mehl, Pollen oder andere Allergene unbehandelt, dann kann es zu einem sogenannten Etagenwechsel kommen, bei dem Symptome wie leichter Schnupfen oder Husten zu chronischem Asthma bronchiale werden.

Bäcker sind in ihrem täglichen Leben feinem Staub ausgesetzt, der Proteine aus Weizenmehl und Roggenmehl enthält. Es handelt sich bei Bäckerasthma daher um eine inhalative Allergie, die persistierend ist und anfangs zu Beschwerden wie einem starken Niesreiz, einer laufenden Nase und Schnupfen führt. Schreitet die Erkrankung weiter fort, dann kommen meist auch Augenbeschwerden wie Rötungen, Tränen und Jucken hinzu. Viele Betroffene berichten, dass es montags in der Backstube zu den ersten leichteren Symptomen kommt, die sich im Laufe der Woche dann weiter aufbauen und immer schlimmer werden.

Beobachtungen zeigen, dass sich diese ersten Beschwerden oftmals innerhalb von zwei bis fünf Jahren durch den Etagenwechsel zu einer Asthma Erkrankung entwickeln. Treten erste Beschwerden auf, dann sollten Patienten sich einer umfassenden Anamnese unterziehen und umgehend eine geeignete Behandlung finden, bevor die Symptome schlimmer werden.

Was bedeutet die Diagnose Bäckerasthma in der Praxis?


Es ist noch nicht lange her, dass Bäcker mit einer Mehlallergie ihren Beruf ganz aufgeben mussten. Heute gibt es eine Reihe von Dingen, die den Alltag erleichtern können, ernst nehmen sollte man die Erkrankung allerdings unbedingt trotzdem. Wichtig sind zum Beispiel Karenzmaßnahmen wie das Tragen einer Atemmaske beim Arbeiten. Auch eine Absaughaube am Arbeitsplatz kann einen großen Unterschied machen und die Lungen deutlich entlasten. Außerdem wird empfohlen, dass das Mehl in Säcken und nicht durch Einfüllschächte geliefert wird, da auch dies den Staub in der Luft mindert.

Die Berufsgenossenschaft der Bäcker bietet Schulungen an und unterstützt Maßnahmen, die den direkten Kontakt mit Mehl mindern. In den meisten Fällen können sinnvolle Maßnahmen und wirksame Therapien so miteinander verbunden werden, dass eine Umschulung des Patienten nicht unbedingt notwendig ist.

Was bedeutet Berufsasthma?


Von Berufsasthma spricht man, wenn sich Asthma aufgrund der Stoffe, mit denen die Betroffenen am Arbeitsplatz in Kontakt kommen, entwickelt. Bei Bäckern ist dies, wie erwähnt, der Mehlstaub. Aber auch andere Berufsgruppen sind gefährdet. Eine schwedische Studie untersichte 13.000 Teilnehmer und ermittelte daraus eine Risikogruppe. Hierzu gehören die folgenden Berufe:

  • Maler
  • Installateure
  • Arbeiter der Nahrungsmittel-/Tabakproduktion
  • Mitarbeiter des Gesundheits-/Sozialwesen

Eine britische Studie befand wiederum Landwirte, Friseure und Druckereiarbeiter als besonders gefährdet. Entscheidend seien bestimmte Chemikalien mit denen die Arbeiter in Kontakt kommen. Hierzu zählen Kleb- und Farbstoffe, Metalle, Reinigungs- und Desinfektionsmittel sowie Eiweißstoffe aus bestimmten Pflanzen.

Gerade Allergiker sollten am Arbeitsplatz auf eine allergenfreie Umgebung achten. So sollte wer an Heuschnupfen leidet, die Landwirtschaft meiden, da neben den Pflanzen auch Eiweißstoffe der Tiere allergische Reaktionen auslösen können. Aber auch Chemikalien können die Lungen reizen und damit sogar bei Nicht-Allergikern auf Dauer für eine Asthma-Erkrankung sorgen.


Was kann man bei berufsbedingtem Asthma tun?


Wird die Diagnose berufsbedingtes Asthma gestellt, dann ist es in erster Linie natürlich besonders wichtig, dass der Auslöser der Erkrankung gemieden wird. Gerade bei typischen Berufskrankheiten ist es oftmals sehr gut möglich Hilfe und Beratung durch die entsprechenden Berufsverbände und Gewerkschaften zu erhalten. Ein offenes Gespräch mit dem Arbeitgeber kann dann zum Beispiel klären, ob eventuell ein alternativer Arbeitsplatz angeboten werden kann. Außerdem ist es wichtig, sich auch in Bezug auf Krankengeld und eine eventuelle Berufsunfähigkeitsrente oder Umschulung zeitnah beraten zu lassen.

Auch eine dauerhafte, bestmögliche Behandlung mit einem sinnvollen Asthmaspray ist natürlich von entscheidender Bedeutung. Leider zeigen Untersuchungen immer wieder, dass nur etwa 40% der Patienten Asthmasprays regelmäßig und ordnungsgemäß anwenden – es lohnt sich also in jedem Fall ein wenig Zeit in die Suche nach dem richtigen Präparat und dem Lesen der Packungsbeilage zu investieren.

Was genau versteht man unter der Liste der Berufskrankheiten?


Leider gibt es etliche Berufskrankheiten, die in Deutschland nicht selten sind. Eine Diagnose ist nicht nur für den Betroffenen selbst und seine Familie schwer – auch das Sozialsystem wird durch Fälle von Berufsunfähigkeit natürlich stark belastet. Die Liste der Berufskrankheiten regelt genau, in welchen Fällen man von einer Berufskrankheit spricht. Dies ist aus Versicherungsgründen wichtig, allerdings auch, da auf diese Weise über eine mögliche Umschulung entschieden werden kann. Typisch sind die folgenden Berufskrankheiten:

  • Schwerhörigkeit durch Lärmbelastung
  • Allergien durch Berufsstoffe
  • Silikose durch Quarzstaub
  • Lungenkrankheiten durch Asbest

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